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Hans-Jochen Vogel zu Gast bei "Peter Hahne" im ZDF

Hans-Jochen Vogel zu Gast bei "Peter Hahne" im ZDF
Hans-Jochen Vogel (89) im Gespräch mit Peter Hahne Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7840 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ZDF/ZDF/ Michael Kramers"

Mainz (ots) - Hans-Jochen Vogel ist am Sonntag, 2. August 2015, zu Gast bei Peter Hahne in dessen gleichnamiger Sendung um 10.15 Uhr im ZDF. Der 89-jährige frühere SPD-Vorsitzende äußert sich zu Fragen der aktuellen Politik, zu seiner Parkinson-Erkrankung und zum Thema Sterbehilfe.

Schluss mit dem SPD-Sommertheater: Gabriel als Kanzlerkandidat

Vogel zeigt sich empört über "die Äußerung aus dem hohen Norden", keinen eigenen Kanzlerkandidaten bei der nächsten Bundestagswahl 2017 aufzustellen. Natürlich brauche die SPD einen eigenen Spitzenkandidaten, so Vogel und empfahl Gabriel indirekt als Kanzlerkandidaten: "Gabriel macht seine Aufgabe in einer außerordentlich akzeptablen Weise." Alles andere sei Sommertheater.

Soziale Gerechtigkeit als Topthema der SPD

Allerdings müsse die SPD stärker auf die eigenen Erfolge innerhalb der Großen Koalition hinweisen und brauche ein zugkräftiges eigenes Thema. Dies könne die soziale Gerechtigkeit sein, so Vogel, "die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich". Vogel beklagt die zunehmende Wahlverweigerung in Deutschland und nennt als Gründe "ein wachsendes Prekariat, das ein Leben außerhalb dessen führt, was wir für gewöhnlich halten, und das infolgedessen auch daran gar kein Interesse mehr hat". Außerdem seien viele Bürger einfach so zufrieden, und "dann gibt es zu viele, die all das, was wir heute haben, für selbstverständlich halten: Frieden, Wohlergehen und soziale Sicherheit".

"Es gibt schlimmeres als Parkinson"

Über seine Parkinson-Erkrankung, die vor drei Jahren diagnostiziert wurde und die er vor einem halben Jahr öffentlich machte, sagte Vogel, sie schreite voran. "Die Versteifung der Unterschenkel nimmt zu, das Gehen wird schwieriger. Manchmal habe ich auch mit Worten oder Namen meine Schwierigkeit... Nachgefragt habe ich mal bei Gott, warum mich diese Krankheit getroffen hat, aber gehadert habe ich nicht mit ihm deswegen", so der frühere SPD-Chef weiter. Er denke immer daran, "andere könnten sich über noch Schwierigeres beklagen".

Vor dem Tod hat der gläubige Katholik keine Angst, "weil sich danach eine Pforte öffnet in eine neue Situation, die ich mir noch nicht konkret vorstelle". Auf jeden Fall werde sich jeder einmal vor Gott im Jüngsten Gericht rechtfertigen müssen.

Strikt gegen jede Form von Sterbehilfe

Anlässlich der aktuellen Debatte über die Sterbehilfe lehnt Hans-Jochen Vogel jede Form der begleiteten Selbsttötung vehement ab. Es dürften weder Organisationen, auch wenn sie gemeinnützig sind, noch Ärzte dabei helfen: "Auftrag der Ärzte ist zu heilen und Leben zu retten, nicht zu töten." Sonst könnte sich für Angehörige oder das Gemeinwesen auch zunehmend die Frage der Zumutbarkeit stellen: "Dieser Druck darf nicht entstehen!"

Für sich persönlich wünscht sich der 89-Jährige, dass er den Menschen getreu dem Satz in Erinnerung bleibt: "Man hat sich bemüht."

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