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"Griechenland soll gedemütigt werden"
Griechischer Arbeitsminister Skourletis im Interview mit ZDF-Magazin "Frontal 21"/ Kritik an Wolfgang Schäuble

Mainz (ots) - Die Äußerungen Wolfgang Schäubles (CDU) zu einem Grexit wertet der griechische Arbeitsminister Panos Skourletis (Syriza) als Plädoyer für einen Ausstieg Griechenlands aus dem Euro. Im Interview mit dem ZDF-Magazin "Frontal 21" (www.frontal21.zdf.de) warf er dem deutschen Bundesfinanzminister vor, diejenigen Stimmen zu befeuern, "die ein kleineres, ein gehorsameres und ein deutschlandzentriertes Europa" wünschten. "Es sind diejenigen Stimmen, die ein Europa kreieren würden, das sehr wenig mit dem Europa gemein hätte, das auf Werten der Solidarität, der sozialen Gerechtigkeit und der Demokratie begründet ist", erklärte Skourletis weiter.

Von seiner Kritik nahm er ausdrücklich Bundeskanzlerin Merkel (CDU) aus: "Ich denke, Kanzlerin Merkel ist eine sehr weitsichtige Politikerin, die das europäische Allgemeinwohl im Blick hat und im Zeitraum ihrer Kanzlerschaft nicht mit einer Krise konfrontiert sein möchte, die zu einer folgenschweren Verwicklung mit Griechenland führt."

Zugleich hielt Skourletis den Gläubigern vor, Griechenland bei den Verhandlungen schwächen zu wollen: "Ich denke, das gehörte zu einer Taktik, die darauf abzielt, Griechenland in eine völlige finanzielle Abhängigkeit zu bringen, um die Verhandlungsposition der griechischen Regierung zu schwächen." Falsch seien zudem Behauptungen, Griechenland habe keine Vorschläge gemacht.

Skourletis machte sich wie Regierungschef Tsipras für einen Schuldenschnitt stark. "Damit Griechenland aus der Rezession herauskommt, braucht es eine nachhaltige Lösung seiner Schuldenfrage", betonte er gegenüber "Frontal 21" und erinnerte daran, dass auch Deutschland 1953 die Möglichkeit eines Schuldenschnitts eingeräumt wurde. Das sei der Schlüssel seines folgenden Aufschwungs gewesen. "Wir sprechen von einem Deutschland, das aus der Kriegsniederlage kam, moralisch in der Enge. Dennoch hat Deutschland durch die Solidarität der Westmächte eine Chance erhalten."

Für das kleine Griechenland von heute gebe es keine Solidarität, beklagte Skourletis, vielmehr den Versuch von interessierter Seite, Griechenland zu demütigen, und das Ergebnis demokratischer Wahlen in Griechenland zu ignorieren. "Die Frage ist, ob bestimmte Akteure nicht den Sturz der demokratisch gewählten Regierung wünschen", so Skourletis weiter.

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