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ZDF-Politbarometer März I 2015 / Inzwischen Mehrheit gegen den Verbleib Griechenlands im Euro
CDU/CSU legt deutlich zu - SPD, Grüne und AfD verlieren

ZDF-Politbarometer  März I 2015 /
Inzwischen Mehrheit gegen den Verbleib Griechenlands im Euro / 
CDU/CSU legt deutlich zu - SPD, Grüne und AfD verlieren
Griechische Regierung Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/pm/7840 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ZDF/ZDF/Forschungsgruppe Wahlen"

Mainz (ots) - Das Verhalten der griechischen Regierung in der Euro-Krise hat die Deutschen offensichtlich zum Umdenken veranlasst: Im Gegensatz zu vor zwei Wochen sind jetzt nur noch 40 Prozent (Feb.: 52 Prozent) der Bundesbürger der Meinung, dass Griechenland im Euro bleiben sollte, während 52 Prozent (Feb.: 41 Prozent) sich dagegen aussprechen (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht").

Massive Kritik an der griechischen Regierung

Nur gut jeder Zehnte (11 Prozent) meint, dass sich die griechische Regierung gegenüber den europäischen Partnern seriös verhält. Eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent sieht das nicht so. Auch glauben nur 14 Prozent, dass die griechische Regierung die von ihr angekündigten Sparmaßnahmen und Reformen auch wirklich umsetzen wird, 82 Prozent bezweifeln das.

Wirtschaftlicher Schaden für Deutschland durch möglichen Bankrott Griechenlands

Falls Griechenland Bankrott geht, erwarten 32 Prozent einen (sehr) starken ökonomischen Schaden für Deutschland, 47 Prozent gehen von einem nicht so starken Schaden aus, und 11 Prozent meinen, dass dies Deutschland überhaupt nicht schaden würde. Trotz dieser Bewertung im Hinblick auf die Folgen sind sich die Deutschen weitgehend einig (80 Prozent), dass Griechenland keine weiteren Finanzhilfen bekommen soll, wenn es die vertraglich vereinbarten Reformmaßnahmen nicht einhält. Lediglich 15 Prozent wollen auch dann, dass an Griechenland Geld ausgezahlt wird.

Projektion

Vor dem Hintergrund der internationalen Krisenpolitik und der sehr positiv bewerteten ökonomischen Lage in Deutschland verbessern sich die Werte für die Union und die Kanzlerin deutlich. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 43 Prozent (plus 2), die SPD auf 24 Prozent (minus 1) und die Linke auf 9 Prozent (plus 1). Die Grünen könnten 10 Prozent (minus 1) erreichen, die FDP 3 Prozent (unverändert) und die AfD 6 Prozent (minus 1). Die anderen Parteien erzielten zusammen unverändert 5 Prozent. Neben Schwarz-Rot würde es damit weiterhin auch für Schwarz-Grün reichen, nicht aber für Rot-Rot-Grün. Rechnerisch wäre auch eine Koalition aus CDU/CSU und AfD möglich.

TOP TEN

Weiterhin führt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Liste der nach Ansicht der Befragten wichtigsten zehn Politiker/innen an. Sie erreicht jetzt auf der Skala von +5 bis -5 ihren persönlichen Bestwert von 2,8 (Feb.: 2,4). Auf Platz zwei liegt Wolfgang Schäuble mit unverändert 2,2. Danach folgen Frank-Walter Steinmeier mit 1,9 (Feb.: 2,2), Winfried Kretschmann mit unveränderten 1,4, Sigmar Gabriel mit 1,2 (Feb.: 1,3), Thomas de Maizière mit 0,9 (Feb.: 1,0), Ursula von der Leyen ebenfalls mit 0,9 (Feb.: 0,7), Cem Özdemir mit 0,4 (Feb.: 0,6), Horst Seehofer mit 0,1 (Feb.: 0,3) und Gregor Gysi mit minus 0,1 (Feb.: 0,2).

Die meisten nehmen in ihrer Gegend keine Probleme mit Flüchtlingen wahr

Seit September 2014 liegt bei den Befragten das Themenfeld "Ausländer, Flüchtlinge, Integration" auf Platz eins der wichtigsten politischen Probleme in Deutschland. Bei der konkreten Frage, ob es dort, wo man wohnt, Probleme mit Flüchtlingen aus Kriegsgebieten gibt, berichten 11 Prozent von sehr großen oder großen Problemen, 26 Prozent von nicht so großen Problemen, 40 Prozent davon, dass es bei ihnen keine Problem mit Flüchtlingen gibt, und weitere 21 Prozent, dass es in ihrer Gegend keine Flüchtlinge gibt.

Mehrheit hält Zuzug von ausländischen Arbeitskräften für notwendig

Dass für die Zukunft Deutschlands eine Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften gebraucht wird, meinen 64 Prozent, ein knappes Drittel (32 Prozent) hält diese nicht für notwendig. Dabei sehen 59 Prozent einen Bedarf für ein Einwanderungsgesetz, mit dem der Zuzug ausländischer Arbeitskräfte gesteuert werden soll. 27 Prozent halten die bestehenden Regelungen auf diesem Gebiet für ausreichend.

Handlungsbedarf beim Thema Integration

Die meisten Befragten (45 Prozent) finden, dass bei uns zu wenig für die Eingliederung von Ausländern getan wird. 33 Prozent meinen, dass der Aufwand gerade richtig ist, und 17 Prozent sagen, es werde dafür zu viel getan. Gleichzeitig vertritt eine klare Mehrheit (53 Prozent) die Meinung, dass die in Deutschland lebenden Ausländer selbst zu wenig für ihre Eingliederung tun. Ein Drittel (33 Prozent) hält deren Bemühungen für ausreichend.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 10. bis 12. März 2015 bei 1266 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 49 Prozent, SPD: 25 Prozent, Linke: 8 Prozent, Grüne: 9 Prozent, FDP 2 Prozent, AfD: 4 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 27. März 2015.

Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage auf www.forschungsgruppe.de

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