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Freitag, 3. April 2015

Mainz (ots) -

Freitag, 3. April 2015, 15.40 Uhr

Dietrich Grönemeyer - Leben ist mehr!
Zu Karfreitag 2015

Es gibt Schicksalstage, die das ganze Leben verändern. Für Frank 
Wirth war das der 3.Juni 2000, 11.47 Uhr. Damals prallte der heute 
43-jährige Thüringer auf einem Motorradausflug frontal mit einem Auto
zusammen. Er hätte tot sein können, erzählt er Dietrich Grönemeyer. 

Grönemeyer will am Karfreitag ergründen, wie aus einem Tag, der einem
als schweres Kreuz erscheint, dennoch etwas Gutes erwachsen, wie nach
einem Unfall ein Neuanfang gelingen kann. Auch Frank Wirth wurde zu 
so einem Neuanfang gezwungen. Seine Diagnose: Sie werden den Rest 
Ihres Lebens querschnittsgelähmt sein. Der passionierte Sportler 
musste sich auf ein Leben im Rollstuhl einstellen. "Mein Leben war 
zusammengebrochen, ich habe nächtelang geheult." Heute hat Frank 
Wirth eine andere Perspektive: "Man muss halt versuchen, immer das 
Positive aus einer Situation zu ziehen: Wenn ich den Unfall nicht 
gehabt hätte, hätte ich meine jetzige Freundin nicht kennen gelernt."
Bald soll Hochzeit sein.

Tausende Menschen sind jährlich zum Neuanfang gezwungen: Laut 
Statistischem Bundesamt waren es im Jahr 2013 137 298 Menschen, die 
in Deutschland nach Unfall oder Berufskrankheit schwerbehindert 
gemeldet wurden. Hinzu kommen Schlaganfälle, Infarkte und andere 
Erkrankungen, die Menschen aus den Angeln ihres alten Lebens reißen. 
Wie schwer der Weg sein kann, der ihnen bevorsteht, erlebt Dietrich 
Grönemeyer während seines Besuchs bei Frank Wirth.

Was auf dessen Unfall folgte, waren erst einmal Rückschläge. Nach 
einem Jahr war klar: Er würde den Rest seines Lebens 
querschnittsgelähmt sein. Auch sonst lief es nicht gut. Seine zum 
Zeitpunkt des Unfalls im sechsten Monat schwangere Freundin trennte 
sich von ihm; Frank Wirth traute sich nicht mehr auf die Straße, um 
nicht dem Mitleid der anderen ausgesetzt zu sein. "Der Grund war der 
Gedanke an die Fußgänger, die dich dann halt angucken, weil du 
behindert bist." 

Heute hat Frank seine Behinderung akzeptiert - und sieht in dem 
Unfall und seinen Folgen auch jede Menge Chancen: Durch den 
erzwungenen Perspektivwechsel "lernt man das Leben viel mehr zu 
schätzen. Ich mache mir jetzt viel mehr Gedanken - und habe gelernt, 
dass das Leben viel zu kurz ist, um sich über irgendwelche Sachen zu 
ärgern". Von diesem Gefühl versucht er auch seinen Kunden etwas 
mitzugeben: Frank Wirth arbeitet in einem Sanitätshaus und berät 
Menschen, die auf  einen Rollstuhl angewiesen sind.

Der Unfall hat grundsätzlich Frank Wirths Haltung zum Leben geändert.
Damals habe er erfahren, "dass da irgendetwas ist, das will, dass du 
lebst. So eine Art Schutzengel", erzählt er Dietrich Grönemeyer für 
die Sendung am Karfreitag. Eine Kraft, die hilft, selbst nach einem 
schwarzen Tag noch einen Neuanfang zu wagen, aus Liebe zum Leben.

 

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