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Deutsche Islamisten zeigen Verständnis für Anschläge von Paris
ZDF-Dokumentation zeichnet umfassendes Bild der radikalen Szene in Deutschland

Mainz (ots) - "Eine Menge klammheimlicher Freude" gebe es in der muslimischen Community über "solche Aktionen" wie die gegen die Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Das sagte ein Al Qaida nahe stehender Islamist in einem Exklusiv-Interview mit ZDFzoom, am Mittwoch, 14. Januar 2015, 22.45 Uhr im ZDF.

Die Autoren der Dokumentation "ZDFzoom: Bereit zu sterben für Allah - Islamisten in Deutschland" trafen den deutschen Konvertiten und einen weiteren muslimischen Extremisten am Wochenende in Berlin. Die Anschläge von Paris seien "...eine logische Schlussfolgerung, wenn man ständig sieht, wie der Prophet beleidigt wird", so der 19-jährige Deutsch-Marokkaner, der Deutschland nicht mehr verlassen darf und seinen Reisepass abgeben musste. Er sprach weiter davon, dass Muslime schikaniert und durch Mohammed-Karikaturen beleidigt würden, "...und dann kommen Emotionen hoch und dann passiert halt was". Die beiden Männer gehören zu den rund 260 sogenannten Gefährdern, die von den deutschen Sicherheitsbehörden beobachtet werden.

Den Autoren Rainer Fromm, Michael Strompen und Ron Boese gelingt es, ein beklemmendes Bild von der wachsenden islamistischen Szene in Deutschland zu zeichnen. Sie besuchen aber auch islamische Gelehrte in Ägypten, die sich eindeutig gegen die Gewaltakte von Paris wenden. Prof. Salim Abdul-Jalil sagt im Interview mit ZDFzoom: "Sie dürfen niemanden töten, egal ob sie die Haltung der Muslime vertreten oder nicht. Gewalt ist im Islam total verboten. Was manche junge Menschen machen, auch noch im Namen des Islams, ist schlimm. Unsere Religion akzeptiert keine Gewalt." Der Islamwissenschaftler von der Misr Universität Kairo hatte zusammen mit mehr als 100 weiteren Gelehrten einen offenen Brief an den selbsternannten Kalifen, Abu Bakr al Baghdadi, des sogenannten Islamischen Staates geschrieben. Darin kritisieren die Gelehrten das Vorgehen des IS als unislamisch und verurteilen seine Gräueltaten auf das Schärfste.

Rückfragen bitte an Beate Höbermann, Redaktion ZDFzoom, Tel: 06131 - 7014537 Mehr unter www.zoom.zdf.de

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