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ZDF-Pressemitteilung
ZDF-Politbarometer September 2001
Die Mehrheit der Deutschen für militärische Vergeltung
Aber: Keine Mehrheit für Bundeswehr-Beteiligung

    Mainz (ots) -
    
    Die Zahlen des Politbarometers September geben ausschließlich die
Stimmung nach den Anschlägen in den USA wieder:
    
    Eine militärische Vergeltung gegen die Schuldigen finden 57
Prozent der Deutschen richtig, 35 Prozent nicht richtig.
Aufgeschlüsselt nach den Anhängern der einzelnen Parteien ergibt sich
ein unterschiedliches Bild bei den Befürwortern: SPD-Anhänger 60
Prozent, CDU/CSU 58 Prozent, FDP 54 Prozent, aber nur 31 Prozent der
Anhänger der Grünen und 43 Prozent der Anhänger der PDS sind für
Vergeltung.
    
    Bei der Frage nach einer Beteiligung Deutschlands an militärischen
Vergeltungsaktionen bietet sich ein anderes Bild: Nur 37 Prozent sind
für die Beteiligung der Bundeswehr, 57 Prozent sind dagegen.
    
    Ähnliche Anschläge auch in Deutschland befürchten immerhin 50
Prozent, keine Befürchtung haben 48 Prozent.
    
    Es kommt jetzt zu kriegerischen Auseinandersetzungen, damit
rechnen 65 Prozent der Deutschen, 32 Prozent glauben dies nicht.
    
    In der politischen Stimmung in Deutschland kann sich die SPD nach
38 Prozent im August wieder auf 43 Prozent verbessern. CDU/CSU
bleiben unverändert bei 39 Prozent. Die kleinen Parteien verlieren
durchgehend, die Grünen 6 Prozent (August 8 Prozent), die FDP 6
Prozent (August 7 Prozent), die PDS 3 Prozent (August 5 Prozent).
    
    Wenn am nächsten Sonntag tatsächlich Bundestagswahl wäre, würden
sich die durch die Terroranschläge erheblich beeinflussten Stimmungen
nur abgeschwächt auswirken: Die Projektion im September sieht so aus:
SPD 40 Prozent (+1), Grüne 5 Prozent (-1), CDU/CSU 38 Prozent (+1),
FDP 7 Prozent (-1), PDS unverändert 5 Prozent, die Anderen zusammen
unverändert 5 Prozent. Damit hätten weiterhin weder Rot-Grün noch
Rot-Gelb oder Schwarz-Gelb eine parlamentarische Mehrheit.
    
    Auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland kann
sich Bundeskanzler Schröder nach dem Einbruch im August wieder etwas
erholen. An der Spitze aber bleibt mit geringfügigen Einbußen Joschka
Fischer mit 1.8 (Aug. 1.9), Gerhard Schröder 1.6 (Aug. 1.3), Edmund
Stoiber ebenfalls verbessert mit 1.1 (Aug. 0.8), Hans Eichel 1.1
(Aug. 1.0), Werner Müller unverändert 0.7, Renate Künast 0.6 (Aug.
0.7), Guido Westerwelle 0.6 (Aug. 0.7), Angela Merkel 0.4 (Aug. 0.5),
Gregor Gysi -0.7 (Aug. -0.6), Jürgen Trittin -0.8 (Aug. -0.7).
    
    Die Umfragen zum POLITBAROMETER wurden wie immer von der
Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews
wurden in der Zeit vom 12. bis 13. September 2001 unter 1.031
zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die
Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in
ganz Deutschland. Fehlertoleranz bei den großen Parteien 3,0
Prozentpunkte, bei den kleineren rund 1,6 Prozentpunkte.
    
    Das nächste POLITBAROMETER sendet das ZDF am Freitag, 12. Oktober
2001, nach dem "heute-journal".
    
    Weitere Informationen zum POLITBAROMETER stehen gegen 19.00 Uhr im
Internet unter www.zdf.de zur Verfügung.
    
    
ots Originaltext: ZDF
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