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Freitag, 5. September 2014, 23.45 Uhr
Der Große Teich: Ozean der Isolation
Eine transatlantische Reportage von Wolfgang Herles

Mainz (ots) -

Freitag, 5. September 2014, 23.45 Uhr

Der Große Teich
Ozean der Isolation 
Eine transatlantische Reportage von Wolfgang Herles

Vom Leben auf abgelegenen Inseln handelt der Film, von Last und vom 
Glück der Isolation.

Damit ist der Film das Gegenstück der ersten beiden Teile der 
Dokumentation: ,,Der Große Teich", die im Sommer 2013 im ZDF 
ausgestrahlt wurden. Sie zeigten den Atlantischen Ozean als Brücke 
der Kulturen, als Binnenmeer der westlichen Zivilisation. 
Sklavenhändler, Kolonisatoren, Auswanderer kreuzten seine Fluten. Im 
dritten Teil zeigt Wolfgang Herles nun die endlosen Weiten dieses 
Ozeans als Medium der Abschottung. Deshalb gilt sein Interesse vier 
sehr isolierten Inseln, vom Südatlantik bis zum Nordmeer. Der Film 
beschreibt das Glück der Splendid Isolation ebenso wie deren 
Kehrseite, die Verlorenheit. Und dabei zeigt sich Isolation immer 
auch als Experiment, für die Biosphäre ebenso wie für die 
Gesellschaft. 

St. Helena gilt als Inbegriff von Abgeschlossenheit, seit Napoleon 
Bonaparte, der geschlagene Beherrscher Europas, auf dem englischen 
Felsen in der Verbannung lebte. Der Aufenthalt auf der Insel verklärt
ihn am Ende seines Lebens zum romantischen Helden, und umgekehrt 
verlieh Napoleon der Insel ihren Mythos. Just zum 200. Jahrestag 
seiner Ankunft wird St. Helena die Magie der Isolation verlieren, ein
Flughafen wird eröffnet. Aber noch erlebt Wolfgang Herles die winzige
britische Kronkolonie und ihre Bewohner als so glückliche wie träge 
Gemeinschaft, gefangen zwischen Zukunftsangst und bangem Aufbruch.

Ascension Island am Äquator besitzt gar keine Gesellschaft, dient den
Briten und Amerikanern als Horchposten ins All, als steinerne 
Fregatte, als notwendiger Zwischenstopp auf den Weg zu den Falklands,
auf der niemand dauerhaft Wohnrecht besitzt. Militärs, Techniker und 
Umweltschützer sind dort anzutreffen. Und es sind die Folgen eines 
erstaunlichen Experiments zu beobachten. Auf Anregung von Charles 
Darwin wurde der kahle Gipfel der Vulkaninsel mit Pflanzen aus aller 
Welt begrünt, um Regen zu machen. Es gelang, freilich auf Kosten der 
heimischen Fauna und Flora, die vom Aussterben bedroht sind. 

Eine besondere Schatzinsel der Natur ist Dominica in der Karibik. 
Weil zu steil für Plantagenwirtschaft und fast vollständig bedeckt 
von dichtem Dschungel, scheiterten die europäischen Kolonialmächte. 
Und weil es auch keine weißen Sandstrände gibt, bleiben der kleinen 
Inselrepublik die Folgen des Massentourismus erspart. Die letzten 
karibischen Indianer überlebten dort, die Regenwälder bieten eine 
einmalige, gesunde Umwelt, nirgendwo ist der Anteil der über 
Hundertjährigen größer.

Schließlich die Färöer im Nordatlantik, das unbekannteste Land 
Skandinaviens. Die Isolation bewahrte die Kultur der Schafsinseln. 
Auf den Färöer-Inseln erhielt sich eine eigene Identität auf der 
Basis mittelalterlichen Brauchtums.

Die Magie der Isolation - auf den Bildschirm geholt in der 
unverwechselbaren Handschrift von Wolfgang Herles und seinem Team. 

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