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Donnerstag, 16. August 2001, 21.15 Uhr

    Mainz (ots) -          auslandsjournal     mit Peter Frey          Thema u.a.     Blutdiamanten in Sierra Leone - Waffenkauf mit Luxussteinen          Mit Maschinengewehren, Granaten und Panzerfäusten bewaffnet laufen Männer über den Markt von Koidu, einer Stadt im Osten von Sierra Leone. Sie nennen sich Rebellen und terrorisieren seit zehn Jahren die Menschen in dem westafrikanischen Staat. Sie herrschen über den Teil des Landes, in dem reiche Diamantenfelder liegen, und sie nötigen die Bauern zur Arbeit in den Minen.          "Ich bin nicht frei. Ich werde ständig bedroht. Sie zwingen mich immer länger zu arbeiten. Ich bin wie eine Maschine," erzählt Edmond, ein unfreiwilliger Minenarbeiter. Wenn er einen Edelstein findet, dann stiehlt ein Rebell ihn sofort. Edmond weiß, wenn der Diamant groß genug ist, dann wird er ins Ausland geschmuggelt, wo die Waffenhändler bereits warten.          Überall in Koidu wird gegraben. Knöcheltief stehen die Arbeiter im schlammigen Wasser. Ganze Häuser wurden "weggegraben", Flüsse umgeleitet auf der Suche nach den wertvollen Steinen. Die Rebellen herrschen uneingeschränkt. Waffen sind während der Arbeit nicht zu sehen. Dafür gibt es aber ein ausgeklügeltes System von Aufpassern und Spionen.          "Ich glaube, wenn wir keine Diamanten in der Erde Sierra Leones hätten, dann ginge es uns besser", sagt Moses Nyanfenqui. "Die Diamanten sind doch an all unseren Problemen schuld". Nyanfenqui ist Bauer, aber seinen Acker hat er schon lange nicht mehr bestellt.          Seit zehn Jahren tobt in dem westafrikanischen Land ein unvorstellbar brutaler Bürgerkrieg. Mit den Diamanten, die zu den besten der Welt gehören sollen, bezahlen die Rebellen der Revolutionären Vereinigten Front (RUF) ihre Waffen: osteuropäische Modelle, aber auch deutsche G 3-Gewehre.          Die RUF hat das Land mit Terror überzogen: Jungen wurden zu Soldaten und Mädchen zu Prostituierten gemacht. Makaberes Markenzeichen der Rebellen war es, den Menschen Arme und Beine abzuschlagen.          Seit Mitte Juli ist der Abbau von Diamanten verboten. Regierung, Rebellen und die Vereinten Nationen hatten vereinbart, die Minen zu schließen, um endlich Frieden in das Land zu bringen. An diese Abmachung hält sich jedoch in Koidu niemand. Zwar wurden Tausende Waffen der Rebellen und regierungstreuer Milizen eingesammelt, der Diamantenabbau geht jedoch weiter, und modernere Waffen warten schon hinter der Grenze.          ZDF-Reporterin Natalia Cieslik war für das "auslandsjournal" in Sierra Leone. Sie hat gesehen, wie die Rebellen weiter nach den Steinen suchen und ihre Kriegskasse füllen.     


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