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Donnerstag, 22. Mai 2014

Mainz (ots) -

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Donnerstag, 22. Mai 2014, 20.15 Uhr

Europawahl 2014
Wie geht's, Europa?
Der ZDF-Wahlcheck mit Maybrit Illner und Mitri Sirin

Zwischen dem 22. und 25. Mai 2014 wählen die Bürger der 28 EU-Länder 
ein neues Europäisches Parlament. Es ist mittlerweile die achte 
Europawahl. Obwohl die Kompetenzen des Europäischen Parlaments stetig
ausgeweitet wurden, sank die Wahlbeteiligung kontinuierlich. In 
Deutschland gingen bei der Wahl 2009 gerade einmal 43,3 Prozent zur 
Urne. 

Viele Menschen fragen sich: Welche Antworten hat Europa auf die 
Probleme, die uns alle betreffen? 
Mit "Wie geht's, Europa?" will das ZDF Politiker und Alltag 
zusammenbringen. 

ZDF-Moderator Mitri Sirin reist in verschiedene EU-Mitgliedsstaaten 
und besucht Menschen, die ganz unterschiedliche Erfahrungen mit 
Europa machen. Im spanischen Valencia zum Beispiel regen sich Eltern 
über verschleuderte EU-Subventionen auf. Eigentlich sollte dort für 
300 000 Euro eine neue Schule für ihre Kinder gebaut werden, doch bis
heute sind die Jugendlichen in Blechcontainern untergebracht. "Das 
Geld ist nie angekommen", schimpfen die Eltern. Seine ganz eigenen 
Erfahrungen mit EU-Subventionen macht ein deutscher Landwirt in der 
Nähe von Wismar: "Die Subventionen werden ungerecht verteilt. Die 
großen Betriebe bekommen unverhältnismäßig viel Geld, so dass wir 
kleinen Betriebe nie eine Chance haben. Dabei sichern wir die 
Arbeitsplätze", sagt Franz-Joachim B., der einen 300 Hektar großen 
Betrieb mit seiner Frau führt. 

Auch junge Menschen sind zum Teil wütend auf Europa. In Berlin 
besucht Mitri Sirin die 30-jährige Spanierin Elia C. aus Benidorm. 
Sie flüchtete vor der Wirtschaftskrise in ihrem Land nach 
Deutschland. Elia sagt: "Ich habe doch alles richtig gemacht, eine 
gute Ausbildung, war im Ausland, habe Sprachen gelernt - warum finde 
ich zu Hause in Spanien keinen Job?" 

Jeder Unionsbürger hat grundsätzlich das Recht, sich in der 
Europäischen Union frei zu bewegen, in jeden anderen Mitgliedstaat 
einzureisen und sich dort aufzuhalten oder wirtschaftlich zu 
betätigen. 

Davon profitiert Julian Kleinknecht, der im rumänischen Cluj trotz 
eines mäßigen Abiturs Medizin studieren kann. "Wenn du kein Abi von 
1,0 hast, hast du in Deutschland keine Chance auf einen Studienplatz 
in Medizin. Du kannst dich auch nicht durch eine Sanitäter-Ausbildung
oder ähnliches qualifizieren - es zählt nur deine Abi-Note, das ist 
ungerecht. Wir bekommen keine Unterstützung von Deutschland, dabei 
werden dort bald Ärzte fehlen. Auf dem Land ist das schon jetzt so. 
Und auf der anderen Seite klaut Deutschland rumänische Ärzte." 

In Hamburg trifft Mitri Sirin Zuwanderer, die mit viel Hoffnung nach 
Deutschland gekommen und jetzt von Europa zutiefst enttäuscht sind. 
Ein echter Europa-Befürworter ist das familiengeführte 
Speditionsunternehmen in Versmold. In den vergangenen zehn Jahren 
konnte die Firma Umsatz und Mitarbeiter verdoppeln. Denn mit dem 
gewachsenen Binnenmarkt haben sich auch die Geschäftsfelder 
vergrößert. Die Spedition hat sich auf den Transport von 
Lebensmitteln spezialisiert und macht damit inzwischen einen Umsatz 
von 1,6 Milliarden Euro. Die andere Seite der Medaille erlebt 
Lebenskontrolleur Guido F. aus Trier bei seiner täglichen Arbeit. 
"Das europäische Lebensmittelrecht zwingt uns zu umfangreichen 
Kontrollen. Wir brauchen nicht nur mehr Kontrolleure, um ausreichend 
kontrollieren zu können. Meine Möglichkeiten einzugreifen enden an 
der Grenze des Landkreises, für den ich zuständig bin. Globaler 
Handel und lokale Zuständigkeiten - das kann auf Dauer nicht 
funktionieren." Auch deshalb sei Pferdefleisch in Tiefkühllasagne die
Folge. 

Europa hat viele Seiten und Facetten, Gewinner und Verlierer. Es 
hängt ganz davon ab, auf welcher Seite man steht. Das muss Mitri 
Sirin auch in Frankreich erfahren. In Lampaul, einem kleinen Ort in 
der Bretagne, trifft er auf einen wütenden Bürgermeister und viele 
arbeitslose Franzosen. 70 Jahre lang wurden in einer großen Firma 
Tiere geschlachtet und weiter verarbeitet. Doch nun musste das 
Unternehmen schließen und seine Mitarbeiter entlassen, weil die 
deutsche Konkurrenz viel billiger arbeitet. Der Grund: Sie muss keine
Mindestlöhne zahlen und kann deshalb zu günstigeren Konditionen 
arbeiten. Bürgermeister Jean-Marc Puchois: "So etwas macht mich sehr 
wütend." 

"Wie geht's, Europa?"  - Direkt im Anschluss an die Reportage-Reise 
wird über diese Frage live in Berlin-Mitte diskutiert. Die 
Spitzenkandidaten der sechs im EU-Parlament vertretenen deutschen 
Parteien treffen auf die Protagonisten des Films. Decken sich die 
Einschätzungen der europäischen Spitzenpolitiker mit den 
Alltagserfahrungen der Menschen? Die Akteure der filmischen Begegnung
können den EU-Parlamentariern ein direktes Feedback geben: Politik 
und Alltag treffen sich - wie bereits vor der Bundestagswahl 2013 bei
"Wie geht's, Deutschland?" erfolgreich erprobt - auf Augenhöhe.

Moderiert von Maybrit Illner und Mitri Sirin können sich die 
Hauptakteure der Reportage mit ihren Fragen direkt an die Politik 
wenden: Wie gerecht verteilt Europa seine Subventionen? Wer 
profitiert vom gemeinsamen Binnenmarkt? Brauchen wir gemeinsame 
soziale Standards? Hat Europas Jugend die gleichen Chancen? Auch die 
Themen Verbraucherschutz und Freizügigkeit kommen auf den Prüfstand. 
Wer profitiert, wo könnte mehr getan werden? Die Spitzenkandidaten 
Markus Ferber (CSU), Rebecca Harms (Grüne), Alexander Graf Lambsdorff
(FDP), David McAllister (CDU), Martin Schulz (SPD) und Gabi Zimmer 
(Linke) werden dazu Stellung nehmen und zugleich eine Bilanz ihrer 
bisherigen Arbeit im Europaparlament ziehen.

Neben schlagkräftigen Argumenten geht es auch um die Schlagfertigkeit
der Politiker. In kleinen Aktionen stellen sie diese unter Beweis, 
wie schon im vergangenen Jahr bei "Wie geht's, Deutschland?". Wer 
erklärt das europäische "Fachchinesisch" schneller und 
verständlicher? Wer kennt sich gut bei unseren europäischen Nachbarn 
aus - auch jenseits vom Politikbetrieb?
Protagonisten und Zuschauer werden die Spitzenkandidaten genau 
beobachten und mit Nachfragen reagieren können, die Zuschauer haben 
die Möglichkeit, ihre Positionen online in die Sendung einzubringen. 
Der bereits etablierte #ZDFcheck überprüft Politikeraussagen auf ihre
Richtigkeit.

Wo steht Europa wenige Tage vor der Wahl des Europäischen Parlaments?
Oder kurz: "Wie geht's, Europa?" Eine Frage mit unterschiedlichen 
Antworten, je nach Standpunkt - beleuchtet in einem großen Live-Forum
mit prominenten Politikern und Protagonisten, die für die 
Alltagssorgen vieler Europäer stehen. Gastgeber sind Maybrit Illner 
und Mitri Sirin. 

Pressekontakt:

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Telefon: +49-6131-70-12121


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