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ZDF-Programmhinweis
Freitag, 12. Oktober 2012, 0.45 Uhr, Das Wunder von Europa
Freitag, 12. Oktober 2012, 1.15 Uhr, Let's Talk Yourope
Dienstag, 20. November 2012, 22.15 Uhr

Mainz (ots) - Freitag, 12. Oktober 2012, 0.45 Uhr

Das Wunder von Europa

Vom Schlachtfeld zur Union

Film von Stefan Brauburger

Blickt man auf aktuelle Europa-Stimmungsbilder, scheint alles überschattet von der Angst um den Euro. Dass Mitte des 20. Jahrhunderts einige europäische Staaten (die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg) ihre Gemeinschaft auf eine neue Grundlage stellten, dass daraus später die Europäische Union wurde; dass es sich von Anfang an nicht nur um eine wirtschaftliche, sondern auch eine politische Wertegemeinschaft handelte, die sich der Freiheit, dem Frieden und der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet fühlt, rückt weit in den Hintergrund der Wahrnehmung. Einst waren es sechs Staaten, inzwischen sind es 27. Damals war es eine Gemeinschaft des Westens. Nach dem Mauerfall sorgte der Wind des Wandels für eine zweite große Beitrittswelle, längst zählen auch Mitglieder des ehemaligen Ost-Blocks dazu.

Die Dokumentation wählt zum Anlass des Friedensnobelpreises eine historische Flughöhe. Die Gründungszeit wird als Wendepunkt gewürdigt, vor dem Hintergrund einer dramatischen europäischen Vorgeschichte.

Dass nach den schlimmsten Vernichtungskriegen der Menschheitsgeschichte ehemalige Gegner den Entschluss fassten, Teile nationaler Souveränität abzugeben, um sich einer gemeinsamen Sache zu verschreiben, markiert die fundamentale historische Wende in der Mitte des 20. Jahrhunderts: vom Schlachtfeld zum Friedenswerk. Dass diese Union nach weiteren Jahrzehnten Kalten Krieges auch die Kontrahenten des Ost-West-Konflikts aufnahm, ist eine Fortsetzung der erstaunlichen Entwicklung.

In mehreren Kapiteln spiegelt die Sendung, wie Europa zum ständigen Kriegsschauplatz wurde und wie Versuche, Frieden zu schaffen, immer wieder scheiterten, wie imperiale, dynastische und nationale Konflikte seit der Ära Karls des Großen den Kontinent prägten und wie schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg bei den Staaten die Überzeugung reifte, auf eigene Macht zu verzichten, um mit den Bau eines geeinten Europa zu beginnen, dem sich immer mehr Völker anschließen.

Freitag, 12. Oktober 2012, 1.15 Uhr

Let's Talk Yourope - wie geht es dem jungen Europa?

Dokumentation über den Zustand der 27 Mitgliedsländer

Film von Katrin Sandmann

Die Generation Yourope hat das Wort: 27 Europäer aus 27 Nationen werden fast zeitgleich in ihren Ländern zur aktuellen Lage Europas befragt. Blogger, Studenten, Unternehmer, Journalisten, Berufseinsteiger und andere. Menschen unter 35, die sich aktiv für das Zeitgeschehen interessieren. Sie liefern uns eine Momentaufnahme des Kontinents. Was denken sie über das vereinte Europa? Was erhoffen sie sich von ihm? Was muss die Gemeinschaft jetzt für sie tun? Wie stehen sie zueinander, was verbindet sie? Welche Ängste und welche Träume teilen sie? Wie sehen sie ihre Zukunft?

Dienstag, 20. November 2012, 22.15 Uhr

37°

"Du bist mein Ein und Alles"

Pflege zwischen Liebe und Bankrott

Langzeitbeobachtung von Bodo Witzke

Es gibt seltene Momente des vollkommenen Glücks, wenn der demente Wilfried B. mit seiner Frau Gabriele "tanzt" zum Beispiel. Dann spürt jeder, wie die beiden sich verstehen, welche Nähe zwischen dem schwer dementen Mann und seiner Frau immer noch da ist. Dabei kann Wilfried schon lange nicht mehr sprechen und auch nicht mehr gehen, geschweige denn richtig tanzen. Aber wenn sich die Hände von Wilfried und Gabriele berühren, während die Musik spielt, dann nimmt er ihre Hand und führt sie im Rhythmus der Musik, und sie lässt sich führen, wie früher.

Diese Momente des Glücks, des gegenseitigen Verstehens, sucht Gabriele B. immer wieder, während sie ihren Mann über Jahre unermüdlich zu Hause pflegt, zusammen mit der Nachbarin Elli. Ohne Humor und Lachen könnten die beiden das nicht machen, da sind sie sich einig, wenn sie abends ihr "Damen-Bier" zusammen trinken, nachdem sie mit ihren jeweils zarten 60 Kilo den unbeweglichen 90-Kilo-Mann ins Bett gehoben haben.

Die beiden Frauen sind hart im Nehmen und müssen es auch sein, weil der große Mann auf Grund seiner besonderen Demenzform manchmal um sich schlägt. Davon lassen sie sich nicht abschrecken. In den Jahren der Pflege spitzt sich die Situation immer wieder zu, aber Gabriele B. findet Lösungen. Das Konto ist dicht, weil sie die laufenden Kosten für Haus und Pflege nicht bezahlen kann, sie hat Angst vor der Zwangsversteigerung des Hauses. Sie findet eine Geldquelle, aber nur für zirka ein Jahr, und danach geht alles wieder von vorne los. Schwer ist die Entscheidung, ob es den Zeitpunkt gibt, an dem sie ihren Mann "natürlich" sterben lässt, weil er aufgehört hat zu schlucken, oder ob sie sich für eine künstliche Ernährung entscheiden soll. "Er will noch leben, er war ein Kämpfertyp", sagt sie. Sie zeigt das Video, wie er große Werbepartys mit Hunderten von Leuten geschmissen hat. In ein Heim will sie ihn nicht geben, denn sie hat schlechte Erfahrung mit Institutionen gemacht. Sie ist sich sicher: "In einem Heim wäre mein Mann schon lange tot. Kein Pflegedienst in Deutschland kann den aktivierenden Pflegeaufwand treiben, den ich treibe." Sie kämpft um möglichst viele Momente des Glücks mit ihrem Mann, die letztlich zählen und für die Gabriele alles tun will, egal welche Widerstände es gibt.

Drei Jahre lang beobachtete der Filmemacher Bodo Witzke eine ungewöhnliche Frau und ihren dementen Mann. "37°" schildert an einem markanten Fall den enormen psychischen und finanziellen Druck auf pflegende Angehörige und zeigt die große Kraft, mit der sie sich um Angehörige kümmern. Es ist eine Arbeit und ein Engagement, das die Gesellschaft noch immer unterschätzt, denn sonst gäbe es eine stärkere Unterstützung und Anerkennung von pflegenden Angehörigen.

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