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ZDF-Pressemitteilung
"WISO": Wirtschaftsminister Müller kündigt Task Force für Strommarkt an

    Mainz (ots) -
    
    Gegen Behinderung des Wettbewerbs vorgehen
    Sendung im ZDF: Montag, 12. März 2001, 19.25 Uhr
    
    Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) wird gegen
Wettbewerbsbehinderungen auf dem Strommarkt vorgehen. Im
ZDF-Wirtschaftsmagazin "WISO" kündigt er an: "Wir bilden eine Task
Force. Das heißt, wir sammeln Leute aus den Landeskartellbehörden,
aus dem Bundeskartellamt und auch aus meinem Haus. Wir sichten das
systematisch und gehen gegen die Sachen vor. Wir kriegen das in den
Griff." Müller hat den Verdacht, dass die alten Regionalversorger die
neuen Stromanbieter mit überhöhten Durchleitungsgebühren behindern.
Einige Verfahren gegen Regionalversorger seien schon eröffnet,
erklärt Müller in "WISO". Müller, der bisher eine Regulierungsbehörde
für den Strommarkt immer abgelehnt hat, ergreift mit der Task Force
zum ersten Mal Maßnahmen gegen die früheren Gebiets-Monopolisten.
    
    Hintergrund sind zahlreiche Beschwerden über massive Behinderungen
beim Wechsel des Stromanbieters. Diese Schwierigkeiten haben
mittlerweile dazu geführt, dass viele freie Stromanbieter in ihrer
Existenz bedroht sind. Zuletzt hat die Zweitausend Stromvertrieb AG
aus Porta Westfalica vergangenen Donnerstag Insolvenzantrag gestellt.
Zuvor sind Vossnet, Zeusstrom und die Abos Energie AG in Konkurs
gegangen. Deswegen hält der Vorsitzende des Verbandes der freien
Energiedienstleister, Robert Kyrion, die Liberalisierung des
Strommarktes bereits für gescheitert: "Die Strommarktliberalisierung
ist ein reiner Papiertiger." Maßnahmen mehr als zwei Jahre nach
Beginn der Liberalisierung hält Kyrion für zu spät.
    
    Wirtschaftsminister Müller geht dagegen davon aus, dass die
Probleme auf dem Strommarkt dieses Jahr mit Hilfe der Task Force
gelöst werden. Wechselwillige Kunden, die von ihrem früheren
Versorger mit überhöhten Gebühren oder sogar Stromabschaltungen
bedroht werden, rät Müller, sollen sich bei ihm melden: "Ich würde
solche Unternehmen in der nächsten Rede sofort öffentlich an den
Pranger stellen."
    
    Der Moderator der Sendung, Michael Opoczynski, steht für
Rückfragen und Interviews am heutigen Montag unter der Telefonnummer
06131/705510 gerne zur Verfügung.
    
ots Originaltext: ZDF
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