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ZDF - Pressemitteilung
"WISO" deckt auf: Viele Fernwärme-Kunden zahlen zu hohe Grundpreise
Sendung am Montag, 22. Januar 2001, 19.25 Uhr im ZDF

    Mainz (ots) - Fernwärmekunden zahlen häufig mehr, als sie
verbrauchen. Insgesamt wird jedes Jahr eine halbe Milliarde Mark zu
viel für Fernwärme bezahlt, berichtet das ZDF-Wirtschaftsmagazin
"WISO" in seiner Sendung am heutigen Montag. "Wir haben eine
Überzahlung von ungefähr 500 Millionen Mark pro Jahr errechnet",
erklärt Johannes Hengstenberg, Chef der Arbeitsgruppe Energie (AGE),
in "WISO". Zu den überhöhten Fernwärmeabrechungen kommt es, weil die
Stadtwerke einen zu hohen Wärmebedarf als Anschlusswert zu Grunde
legen. Die Stadtwerke richten Leistungskapazitäten für derart kalte
Winter ein, dass sie nach Auffassung von Hengstenberg auch für
Temperaturen ausreichen würden, wie sie zur Zeit in Sibirien
herrschen. Die überhöhten Anschlusswerte werden dann im so genannten
leistungsabhängigen Grundpreis abgerechnet, den der Kunde zahlen
muss, egal ob er tatsächlich viel oder wenig Fernwärme für Heizung
und Warmwasser verbraucht.
    
    In der Bundesrepublik werden zwölf Prozent der Wohnungen mit
Fernwärme beheizt und mit warmem Wasser versorgt. Den Stadtwerken ist
das Problem der überhöhten Grundpreise bekannt. Wenn Kunden sich
beschweren, wird der Anschlusswert nach unten korrigiert und die
Rechnung fällt deutlich niedriger aus. So bestätigte etwa der
Geschäftsführer der Dresdner Stadtwerke DREWAG, Wolf-Rüdiger Frank,
gegenüber "WISO" ein Gutachten, wonach ein Mieter in einer
Zwei-Zimmer-Wohnung bisher 210 Mark jährlich zu viel gezahlt hat:
"Wir stellen jederzeit die Grundpreis-Berechnung auf die neuen
Erfordernisse ein." Die meisten Fernwärme-Kunden können den zu hohen
Grundpreis allerdings gar nicht erkennen.
    
    Das Problem tritt bundesweit auf. So berichtet "WISO" auch von
einem Fall aus Stuttgart. Hier konnte ein Hausverwalter die
Heizkosten für ein Mehrfamilienhaus um 2500 Mark im Jahr reduzieren,
nachdem er bei den Stadtwerken einen niedrigeren Grundpreis
durchgesetzt hatte. Auch in Berlin, Hamburg und München hat die AGE
zu hohe Grundpreise festgestellt. Bis auf wenige Ausnahmen rechnen
alle Stadtwerke die Fernwärme mit einem leistungsbezogenen Grundpreis
ab.
    
    Eine der wenigen Ausnahme sind die Stadtwerke Neumünster, die
keinen Grundpreis verlangen. "Wir möchten nichts vom Kunden
kassieren, was er im Grunde nicht in Anspruch genommen hat", erklärt
Volker Franzen, Pressesprecher der Stadtwerke Neumünster, in "WISO".
    
    Die Sendung moderiert Michael Jungblut.
    
    
ots Originaltext: ZDF
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Für Rückfragen und Interviews steht "WISO"-Moderator Michael Jungblut
gerne zur Verfügung. Kontakt über Telefonnummer 06131/70-5529

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