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ZDF-Pressemitteilung
ZDF-POLITBAROMETER September 2000

Mainz (ots) - Starker Stimmungseinbruch für die SPD Benzinpreise und Ökosteuer jetzt wichtigstes Thema Die Debatte um hohe Benzinpreise und die Ökosteuer hat die politische Stimmung im September deutlich verändert, die SPD verlor im Vergleich zum Vormonat 9 Prozentpunkte, CDU/CSU konnten sich um 7 Prozentpunkte verbessern. Und so sieht die Stimmung aus: SPD 39 Prozent (August 48 Prozent), CDU/CSU 42 Prozent (August 35 Prozent), Bündnis 90/Grüne unverändert 6 Prozent, FDP 5 Prozent (August 6 Prozent), PDS unverändert 4 Prozent. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, dann spielten auch längerfristige Bindungen und taktische Überlegungen der Wähler eine größere Rolle. Die Projektion für den September sieht so aus: SPD 40 Prozent (-2), Grüne unverändert 6 Prozent, CDU/CSU 38 Prozent (+2), FDP 6 Prozent (-1), PDS unverändert 5 Prozent, Andere Parteien 5 Prozent (+1). Damit erreichen weder Rot-grün noch Schwarz-gelb eine parlamentarische Mehrheit. Auch eine sozialliberale Koalition würden nicht die notwendigen Stimmen erreichen. Seit Juli '93 stand ein Thema unangefochten an der Spitze: Die Arbeitslosigkeit. Jetzt rechnen 48 Prozent (August 4 Prozent) der Deutschen die Benzinpreise und die Energie zu einem der beiden wichtigsten Themen. Arbeitslosigkeit nennen jetzt nur noch 38 Prozent (August 52 Prozent), Rechtsextreme 13 Prozent (August 35 Prozent), Rente 12 Prozent (August 14 Prozent), Ausländer/Asyl 8 Prozent (August 10 Prozent). Eine so schnelle und massive Veränderung der Themen-Wichtigkeit wird ausgesprochen selten gemessen. Für eine Aussetzung der Ökosteuer plädieren 58 Prozent, dagegen sind 35 Prozent. Die Aktionen der Union gegen die Ökosteuer finden 49 Prozent gut, 44 Prozent nicht gut. Als beste Maßnahme zur Entlastung - wenn es nicht zur Aussetzung der Ökosteuer kommt - nennen 38 Prozent niedrigere KFZ-Steuer, 17 Prozent höhere km-Pauschale, 17 Prozent Heizkostenzuschüsse, 15 Prozent niedrigere Bahnpreise, 13 Prozent haben keine Meinung. Auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland rutscht Gerhard Schröder auf Platz 2, Verlierer des Monats ist aber Hans Eichel. An der Spitze nun Joschka Fischer mit 1.7 (August 1.9), Gerhard Schröder 1.6 (August 2.0), Kurt Biedenkopf 1.6 (August 1.8), Angela Merkel 1.4 (August 1.5), Hans Eichel 1.0 (August 1.7), Edmund Stoiber 0.9 (August 0.8), Rudolf Scharping 0.5 (August 0.8), Friedrich Merz 0.2 (August 0.3), Jürgen Möllemann unverändert -0.1, Jürgen Trittin mit deutlichen Einbußen -1.1 (August -0.6). Anlässlich des bevorstehenden 10. Jahrestages der deutschen Einheit fällt die Bilanz eher positiv aus. Aus heutiger Sicht finden die Wiedervereinigung 88 Prozent im Westen und 90 Prozent im Osten richtig, nicht richtig sagen 10 Prozent im Westen und 8 Prozent im Osten. Auf die Frage, ob die Probleme der Wiedervereinigung inzwischen größtenteils gelöst seien, antworten mit ja 26 Prozent im Westen und 20 Prozent im Osten. Nein antworten 71 Prozent im Westen und 78 Prozent im Osten. Dass sie sich in erster Line als Deutsche fühlen, sagen 87 Prozent im Westen und 71 Prozent im Osten, als Westdeutsche sehen sich 10 Prozent im Westen und als Ostdeutsche 27 Prozent im Osten. Die Umfragen zum POLITBAROMETER wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 18. bis 21. September 2000 unter 1.174 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz Deutschland. Fehlertoleranz bei den großen Parteien 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren rund 1,4 Prozentpunkte. Das nächste POLITBAROMETER sendet das ZDF am Freitag, 20. Oktober 2000, nach dem "heute-journal". Weitere Informationen zum POLITBAROMETER stehen gegen 19.00 Uhr im Internet unter www.ZDF.msnbc.de zur Verfügung. ots Originaltext: ZDF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: ZDF Pressestelle 06131 / 70-2120 und -2121 Original-Content von: ZDF, übermittelt durch news aktuell

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