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EKD-Vorsitzender Schneider im ZDF-"Forum am Freitag": Ein Gott für Christen und Muslime
Gemeinsame Gebete möglich

Mainz (ots) - Es gibt nur einen Gott, aber unterschiedliche Gottesbilder der Menschen: Diese Position vertritt der amtierende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, am 7. Mai 2010 im ZDF-"Forum am Freitag". In einem gemeinsamen Gespräch mit der Theologin Hamideh Mohagheghi, das im Kirchenamt der EKD in Hannover geführt wurde, haben beide die Gemeinsamkeiten im Gottesglauben zwischen Christentum und Islam betont, aber auch die trennenden Aspekte, wie einen leidenden Gott, angesprochen.

In dem "Forum am Freitag" zum Thema "Ein Gott für Christen und Muslime?" sagte Schneider, Gott könne nur ausschnittweise wahrgenommen und beschrieben werden. "Die Fülle der Wahrheit Gottes kann keiner von uns erkennen, die ist alleine bei Gott selber", fügte der Theologe hinzu. Im Christentum sei Gott ein leidender Gott, der sich den Menschen in der Person Jesu Christi offenbart habe. Durch den Glauben an ihn erlebten die Christen Erlösung. Eine Vorstellung, der sich Muslime jedoch nicht anschließen könnten, so die Theologin Hamideh Mohagheghi, die auch Mitglied der Deutschen Islam Konferenz ist. Im Islam erfahre der Mensch Erlösung in erster Linie durch seine Taten und Handlungen. Der Liebe Gottes im Christentum stehe die Barmherzigkeit Gottes im Islam entgegen. Jedoch spiele die Liebe für Muslime bei der Gotteserkenntnis eine wichtige Rolle. "Ohne Liebe kann ich Gott nicht erkennen", sagte Mohagheghi.

Bei dem Gespräch mit Abdul-Ahmad Rashid vom "Forum am Freitag" konnten sich beide Diskutanten auch vorstellen, dass Christen und Muslime miteinander Gebete abhalten - allerdings jeder auf seine Weise und in seiner Tradition, sagte Präses Schneider. Die Theologin Mohagheghi wies darauf hin, solche Veranstaltungen nicht dogmatisch, sondern frei zu gestalten: "Die Frage ist, kann ich mich in einem solchen Gebet wiederfinden oder nicht", so Mohagheghi. Schwierigkeiten im Verständnis der jeweils anderen Tradition, so die Theologin, sollten nicht verschwiegen, sondern klar und deutlich angesprochen werden.

Das komplette Doppelinterview ist unter www.forumamfreitag.zdf.de abrufbar. Der ZDFinfokanal überträgt die Sendung am Freitag, 7. Mai 2010, 16.15 Uhr.

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