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ZDF-Pressemitteilung
Die Mörder sind frei - Srebrenica fünf Jahre danach
"Die ZDF-dokumentation" von Ulrike Baur am 11. Juli 2000

    Mainz (ots) - Fünf Jahre nach dem Massaker am 11. Juli 1995 in
Srebrenica ist es erstmals einem ausländischen Fernsehteam gelungen,
nicht nur Opfer sondern auch Täter vor der Kamera zu interviewen: Für
die ZDF-dokumentation "Die Mörder sind frei" am Dienstag, 11. Juli
2000, 23.00 Uhr, ist ZDF-Reporterin Ulrike Baur mehrmals mit ihrem
Kamerateam nach Srebrenica gereist, um die Stimmung in der Stadt zu
erkunden.
    
    Kampftruppen der bosnischen Serben, angeführt von General Mladic,
hatten am 11. Juli 1995 die ehemalige UN-Schutzzone erobert. Tausende
Muslime wurden in den folgenden Tagen verschleppt, gejagt,
exekutiert, später aus Massengräbern geborgen. Mehr als 7000 Menschen
gelten noch immer als vermisst. Fünf Jahre nach dem Massaker sind
Hass und Gewalt allgegenwärtig in Srebrenica. Und die internationale
Gemeinschaft reagiert auch heute überwiegend hilflos.
    
    Bilanz der Reporterin Ulrike Baur nach zum Teil stundenlangen
Gesprächen: "Die Dimension der Verbrechen vom Sommer 1995 wird immer
noch geleugnet. Wenn einer über persönliche Schuld spricht, dann nur
indirekt, indem er zum Beispiel erzählt, dass ihm nachts im Traum
seine toten muslimischen Schulfreunde erscheinen. Wir haben in
Srebrenica aber keinen einzigen Serben getroffen, der bereit gewesen
wäre, das Wort Genozid auch nur auszusprechen. Und auf meine Frage
nach den 7000 Verschwundenen gab es immer nur eine Antwort:
beharrliches Schweigen."
    
    Fotos sind erhältlich über den ZDF-Bilderdienst, Telefon 06131 -
706100, und über http://bereitstellung.zdf.de/versand/moerdersindfrei
    
    
ots Originaltext: ZDF
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