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    Mainz (ots) - Mittwoch, 18. November 2009, 23.30 Uhr

    Der Fall: Hinterkaifeck Die wahre Geschichte hinter Tannöd Film von Kurt Hieber

    Die Nacht vom 31. März auf den 1. April 1922 ist stürmisch, es schneit und regnet, ein eiskalter Wind fegt über die oberbayerische Einöde. Der Winter stellt sich noch einmal stur. Als die Nacht vorbei ist, sind sechs Menschen tot, grausam umgebracht. Der Tatort: Hinterkaifeck, ein Aussiedlerhof bei Gröbern, einem Dorf vierzig Kilometer von Ingolstadt entfernt.

    "In dieser Nacht ist der Teufel über Hinterkaifeck gekommen", sagen die Leute aus der Region bis heute. 87 Jahre liegt jene Nacht zurück, und dennoch löst sie nach wie vor Schaudern und Entsetzen aus, aber auch Faszination und Neugier. Was ist in jener Nacht auf dem abgelegenen Hof genau geschehen? Wer hat das Leben einer ganzen Familie ausgelöscht? Die Geschichte spukt noch immer in den Köpfen vieler Menschen herum. Kinofilme, Theaterstücke und der Bestseller "Tannöd" - sie alle sind inspiriert durch die schaurige Bluttat auf dem Einödhof von Hinterkaifeck.

    Auch eine 15-köpfige Abschlussklasse der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat sich noch einmal mit dem Sechsfachmord beschäftigt. "Die Motivation bei diesem alten Fall war groß", sagt die jetzige Kriminalkommissarin Michaela Forderberg-Zankerl. "Am meisten hat uns interessiert, ob dieser Fall heute aufzuklären wäre."

    Seit Jahren beschäftigen sich zudem zahlreiche Hobbydetektive mit dem Fall. Im Internet hat sich eine Art Sonderkommission gebildet. So diskutieren Zahnärzte, Studenten, Juristen, Rentner und Ingenieure im Netz jedes Detail und jede Wendung des Falles. Tausende Interessierte surfen auf den vielen Internetseiten, die sich mit der Bluttat befassen.

    Auch Dirk Tschapke ist von dem Fall Hinterkaifeck fasziniert. Für ihn gibt es keinen Mord in Deutschland, der so viele Fragen aufwirft, so viele Geheimnisse birgt. Deshalb gehen er und viele andere von der selbsternannten "Soko Hinterkaifeck" jeder Spur nach, analysieren alte Tatort-Fotos mit neuester Software und sammeln vor Ort neue Erkenntnisse. Tschapke sieht darin auch eine Verpflichtung: "Unser Hauptanliegen ist es, den Opfern ein Gesicht zu geben."  Und bei einem der Opfer sind die Internet-Detektive nach 87 Jahren zu einem sensationellen Ergebnis gekommen.

    Die Dokumentation von Kurt Hieber begleitet sowohl die Recherchen der Polizeischüler als auch die der Hobbyermittler. Anhand der Ergebnisse rekapituliert der Film noch einmal die Geschehnisse der Tatnacht und analysiert die möglichen Hintergründe des Sechsfachmordes. Dank eines aufwändigen Re-Enactments gelingt es, die damalige Zeit wieder lebendig zu machen.

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