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ZDF-Pressemitteilung
ZDF-POLITBAROMETER Mai 2000
Rot-Grün verliert die Mehrheit
Union und FDP können sich verbessern

    Mainz (ots) - Die Union kann sich im Mai in der politischen
Stimmung ein weiteres Mal verbessern, von 39 Prozent auf 40 Prozent.
Die SPD erreicht 41 Prozent (April 43 Prozent), Bündnis90/Die Grünen
unverändert 6 Prozent, die FDP 7 Prozent (April 5Prozent), PDS
unverändert 4 Prozent.
    
    Wenn am nächsten Sonntag aber wirklich Bundestagswahl wäre, dann
spielten auch längerfristige Bindungen der Wähler und taktische
Überlegungen eine größere Rolle. Die Projektion sieht so aus: SPD
40Prozent (-2), CDU/CSU 37 Prozent (+1), B90/Grüne unverändert 6
Prozent, FDP 7 Prozent (+1), unverändert PDS 5 Prozent und die
anderen Parteien 5 Prozent. Das heißt, Rot-Grün hätte damit die
parlamentarische Mehrheit verloren.
    
    Die meistgewünschte Koalition in Berlin ist CDU/CSU und FDP, so
sind die Zahlen im einzelnen auf die Frage: "Welche Parteien sollten
die Bundesregierung bilden": CDU/CSU und FDP 21 Prozent, SPD und
Grüne 19 Prozent, CDU/CSU und SPD 15 Prozent, SPD und FDP 15 Prozent,
sonstige Kombinationen oder weiß nicht 30 Prozent. Bei den Anhängern
der FDP sind 43 Prozent für eine Koalition mit CDU/CSU und 29 Prozent
für eine mit der SPD.
    
    Auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland liegt
Angela Merkel nur noch knapp vor Kurt Biedenkopf auf Platz 1. Angela
Merkel 2.0 (April 2.4) mit Verlusten, Kurt Biedenkopf 2.0 (April
1.9). (In den eigenen Reihen erhalten Merkel 3.0 und Biedenkopf 2.9).
Auf Platz 3 Gerhard Schröder mit 1.8 (April 1.6), dann Joschka
Fischer 1.7 (April 1.6), Hans Eichel 1.3 (April 1.0), Edmund Stoiber
1.1 (April 0.9), Rudolf Scharping 0.9 (April 0.7), Friedrich Merz mit
der ersten Bewertung 0.8, Wolfgang Schäuble 0.5 (April 0.6), Gregor
Gysi -0.8 (April -0.9).
    
    Durch die gestern im Bundestag beschlossene Steuerreform rechnen
nur 11 Prozent mit eher weniger Steuern, 40 Prozent eher mit mehr
Steuern, 45 Prozent glauben, es werde nicht viel anders und 5 Prozent
haben keine Meinung.
    
    Mit den zu erwartenden Mehreinnahmen sollten eher die Steuern
gesenkt werden, meinen 36 Prozent. Eher die Schulden abbauen, sagen
59 Prozent, 5 Prozent haben keine Meinung.
    
    Die Euro-Schwäche bringt Deutschland eher Nachteile, das meinen 51
Prozent, eher Vorteile, sagen 10 Prozent. Vor- und Nachteile etwa
gleich, sagen 33 Prozent, weiß nicht 7 Prozent. Trotzdem meinen 53
Prozent, der Euro werde langfristig ein Erfolg sein, 36 Prozent
glauben, er werde nicht erfolgreich, 11 Prozent haben keine Meinung.
    
    Wehrpflicht oder Freiwillige für die Bundeswehr, die Meinungen
sind geteilt: Weiter Wehrpflicht, sagen 49 Prozent, nur Freiwillige,
meinen 48 Prozent, weiß nicht, sagen 3 Prozent. Bei den Anhängern der
einzelnen Parteien fällt auf, dass nur bei Unionsanhängern mit 57
Prozent eine klare Mehrheit für die Wehrpflicht votiert.
    
    Die Umfragen zum POLITBAROMETER wurden wie immer von der
Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews
wurden in der Zeit vom 15. bis 18. Mai  2000 unter 1.266 zufällig
ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist
repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz
Deutschland. Fehlertoleranz bei den großen Parteien 2,7
Prozentpunkte, bei den kleineren rund 1,4 Prozentpunkte.
    
    Das nächste POLITBAROMETER sendet das ZDF am Freitag, 23. Juni
2000, nach dem "heute-journal".
    
ots Originaltext: ZDF
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