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Baby Bundesrepublik: Anlässlich 60 Jahre Grundgesetz zeigt ZDF-Dokumentation am Dienstag die Jugendjahre der Verfassung

    Mainz (ots) - "Wie unsere Demokratie laufen lernte" - dieser Frage geht die Dokumentation "Baby Bundesrepublik" am Dienstag, 12. Mai 2009, 20.15 Uhr im ZDF nach. Autor Jörg Müllner richtet im Rahmen des ZDF-Programmschwerpunkts zu 60 Jahre Grundgesetz den Blick auf die Jugendjahre der Bundesrepublik Deutschland.

    Die zweite Republik war einerseits ein Geschöpf aus dem Brutkasten der Alliierten, andererseits hatte sie auch viele deutsche Väter und einige Mütter. Den Anstoß zum Zeugungsakt gaben die Sieger: Es war keine Idee der Deutschen, einen Weststaat auf den Weg zu bringen, sondern ein Auftrag der Amerikaner. Und die politischen Köpfe der "Eingeborenen von Trizonesien", wie die Westzonen damals besungen wurden, wollten ihn anfangs nur zögernd ausführen, da es eine Vertiefung der deutschen Spaltung bedeutete. Entsprechend skeptisch beobachteten die Westmächte, wie die Schüler der Demokratie eine Verfassung entwarfen. Die Telefone der westdeutschen Staatsgründer wurden abgehört; argwöhnisch beäugten die Geheimdienste der Siegermächte die Geburt der Bundesrepublik. Mit dem Er¬gebnis, dem Grundgesetz, waren die Paten dann allerdings sehr zufrieden. Das Verhältnis von Siegern und Besiegten erlebte einen rasanten Wandel: 1945 hatten die Deutschen eine bedingungslose Kapitulation unterzeichnet, zehn Jahre später wurde eine junge Bundesrepublik in die Souveränität entlassen.

    Männer und Frauen, die den Aufbruch in die Demokratie erlebten, kommen in der Dokumentation zu Wort: Helmut Schmidt, Egon Bahr, Hildegard Hamm-Brücher, Ernst Cramer, Hanna-Renate Laurien und Dieter Hildebrandt blicken zurück auf das "Baby Bundesrepublik" und schildern, welche Erwartungen und Befürchtungen sie damals hegten. Der Film von Jörg Müllner zeigt aber auch, welcher Preis für die ra¬sche Konsolidierung gezahlt wurde: die Verdrängung der Vergangenheit und die Teilung der Nation. Menschen im Osten Deutschlands, die nicht verstanden, dass erstmal ohne sie ein Staat für die Mehrheit der Deutschen zustande kam, erinnern sich an zwiespältige Gefühle. Hans-Dietrich Genscher und Hellmuth Karasek erlebten die frühen Jahre der DDR, bevor sie in den Westen gingen. Andere - wie zunächst Wolf Biermann - aber glaubten, ein sozialistisches System werde ein besseres Deutschland hervorbringen. Heute ist das Baby Bundesrepublik erwachsen geworden und der Staat für alle Deutschen.

    Am darauffolgenden Dienstag, 19. Mai 2009, 20.15 Uhr schildert im ZDF Rüdiger Liedtkes Dokumentation "In bester Verfassung" die Erfolgsgeschichte des Grundgesetzes.

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