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Pressemitteilung
Der schleichende Tod im Land der Dichter und Denker: ZDF-Dokumentation über das langsame Sterben in Deutschlands Archiven

Mainz (ots) - Unser nationales Kulturerbe ist bedroht: Über 60 Millionen Bücher und Handschriften zerfallen in den Archiven. Säurehaltiges Papier löst sich auf, Eisen-Gallus-Tinte reißt tiefe Löcher in wertvolle Originale. Der programmierte Tod vieler Dokumente ist nur aufzuhalten, wenn Millionenbeträge in die Restaurierung gesteckt werden. Für die ZDF-Dokumentation "Bücher sterben langsam. Kulturzerfall durch Säuretod und Tintenfraß" am Sonntag, 14. Mai 2000, 23.50 Uhr, sind die Autoren Karl-Heinz Meier und Willi Setzer tief in Deutschlands prominenteste Archive eingetaucht und berichten von dramatischen Rettungsaktionen. Sie zeigen, wie Papier gespalten werden kann, um so einmalige Schätze zu retten, wie die Notenhandschriften von Johann Sebastian Bach. Wie aber sind zum Beispiel Franz Kafkas Manuskripte zu restaurieren? Oder die kuriosen Hinterlassenschaften des Schriftstellers Ernst Jünger? In der weltberühmten Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar sollen jetzt die Bücher gerettet werden, die schon Goethe in der Hand hielt. Kulturstaatsminister Michael Naumann zeigt sich im ZDF alarmiert: "Wir schauen hier in eine Art kulturgeschichtlicher Krise des Verlustes unserer eigenen Geschichte." Und Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass meint: "Das ist eine Anforderung an die gesamte Gesellschaft, für die Rettung zu sorgen." Der Dichter Hans Magnus Enzensberger: " Wenn es um Weltausstellungen geht oder um Kulturhauptstädte, dann spielen Millionen überhaupt keine Rolle, dagegen ist nie Geld vorhanden, wenn es um Substanz geht." Bücher sterben langsam: Ein wenig beachtetes, aber umso dramatischeres Problem wird in der ZDF-Dokumentation aufgeblättert: Wie unsere kulturelle Erinnerung zu verschwinden droht. Nach 300 Jahren droht jetzt Bachs Handschrift der Säuretod. Dagegen sehen unsere modernen Datenträger - CDs und CD Roms - schon jetzt reichlich blass aus: Vermutlich werden sie nicht einmal die nächsten 30 Jahre überstehen. ots Originaltext: ZDF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: ZDF Pressestelle 06131 / 70-2120 und -2121 Original-Content von: ZDF, übermittelt durch news aktuell

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