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"Arbeiten um jeden Preis": ZDF-Dokumentation in der Reihe "37°" über den harten Alltag der Zeitarbeiter

    Mainz (ots) - Der harte Alltag von Leiharbeitern ist das Thema der "37°"-Reportage "Arbeiten um jeden Preis", die das ZDF am Dienstag, 17. März 2009, 22.15 Uhr ausstrahlt. Caroline Haertel und Mirjana Momirovic begleiten darin zwei Menschen, die bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigt sind, und zeigt, unter welchem Druck sie ihr Leben zu gestalten suchen.

    Leiharbeiter werden schlechter bezahlt und können schneller eingestellt und wieder gekündigt werden als festangestellte Arbeitnehmer. Seit 1995 hat sich ihre Zahl vervierfacht, darunter sind immer mehr gelernte Arbeitskräfte. Für die Stammbelegschaft der Firmen gelten die Leiharbeiter oft als Menschen zweiter Klasse und gleichzeitig als warnendes Beispiel für den sozialen Abstieg.

    Harald (51) war bis vor fünf Jahren ein erfolgreicher Koch in renommierten Hotels zwischen Griechenland und den Arabischen Emiraten. Nach seiner Rückkehr verpflichtete er sich in einer Zeitarbeitsfirma, wo man ihn zwang, in Doppelschichten zu arbeiten. "Ich habe wochenlang nur ein bis zwei Stunden am Tag geschlafen und bin darüber krank geworden. Man betreibt als Zeitarbeiter Raubbau an sich selbst und wird ausgepresst bis zum Letzten. Man hat keinen Kündigungsschutz, da traut sich keiner irgendetwas zu sagen." Weil ihm die Ärzte sagten, dass er unter diesem Stress kein weiteres Jahr mehr überleben werde, versucht er jetzt als selbstständiger Koch über die Runden zu kommen.

    Ringo (30) ist gelernter Maurer und verdient zurzeit 840 Euro im Monat, und das auch nur mit kontinuierlicher Wochenend- und Schichtarbeit. Ein regulärer Zeitarbeiter kommt nur mit 600 bis 700 Euro nach Hause. Als die Firma, bei der er angestellt war, in Konkurs ging, zogen Ringo und seine Frau Melanie, die als Verkäuferin bei einer Zeitarbeitsfirma arbeitet, vor drei Jahren aus Brandenburg weg. Sie heirateten und bekamen ihr erstes Kind. Doch die Hoffnung auf eine neue Festanstellung erfüllte sich nicht. Inzwischen hat Ringo wegen der schlechten Arbeitsbedingungen schon drei Mal die Zeitarbeitsfirma gewechselt. Bei der letzten Anstellung wurde er nicht nur schlecht bezahlt, sondern auch noch um seinen Urlaub betrogen: "Wenn bei der Zeitarbeitsfirma keine Arbeit reinkommt, werden wir oft gezwungen, in  Bereitschaft zu gehen oder Urlaub zu nehmen, obwohl wir uns natürlich nicht entspannen können. Und krank werden geht gar nicht."

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