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Diskurs über Gott notwendig
In ZDF-Diskussion fordern Religionsvertreter mehr gegenseitigen Respekt

    Mainz (ots) - Die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Gesprächs über die Religion und die Gottesfrage betonen die Teilnehmer der Sendung "Streitfall Religion - Welcher Gott ist zukunftsfähig?", die das ZDF am Donnerstag, 22. Mai 2008, 0.15 Uhr ausstrahlt. Bei der gestern im ZDF-Hauptstadtstudio Berlin aufgezeichneten Diskussion waren die Vertreter von Christentum, Judentum, Islam und Atheismus sich allerdings lediglich in der Forderung nach respektvollem Diskurs einig - in der Sache kamen die Unterschiede deutlich zum Tragen.

    Der katholische Theologe Manfred Lütz beobachtet eine neue Bereitschaft, über Gott zu sprechen. Der Psychotherapeut aus Bonn sagte, es gehe nicht an, dass jeder Andersdenkende entweder als lächerlich, böswillig oder geistesgestört bezeichnet werde. Das entspreche dem Verhalten von Sekten.

    Die Vertreterin des Islam, Asiye Köhler, Islamwissenschaftlerin und Pädagogin aus Köln, vertritt die Auffassung, jeder Mensch werde als Muslim geboren, weil er einen göttlichen Kern in sich trage.

    Gegen eine Missionierung der Juden wehrt sich Rabbiner Walter Homolka aus Potsdam vehement. Es sei stillos, den Juden Mission anzubieten, wie der Vatikan dies in der Karfreitagsfürbitte formuliert habe. Das Judentum selbst kenne keine Mission.

    Als Vertreterin der Menschen, die nicht glauben, und das seien immerhin 28 Prozent der Gesellschaft, fordert Fiona Lorenz vom Humanistischen Verband Rheinland-Pfalz, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften keinen Anspruch auf Alleinvertretung haben dürften, etwa in Ethikkommissionen und Fernsehräten. Die Stimme der Nichtgläubigen, das sei ein breites Spektrum, müsse stärker zum Tragen kommen, fordert die Pädagogin aus Trier.

    Die Diskussionssendung "Streitfall Religion" ist Teil des vielfältigen Programmangebots des ZDF zum Katholikentag in Osnabrück. Die Gesprächsleitung hat Gert Scobel.

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