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Donnerstag, 17. Februar 2000, 21.15 Uhr
auslandsjournal

    Mainz (ots) -

    Donnerstag, 17. Februar 2000, 21.15 Uhr

    auslandsjournal

    Unschuldig hinter Gittern - Polizeiskandal in Los Angeles

    Schüsse fallen. Zwei Bankräuber liefern sich ein Feuergefecht mit der Polizei. Von Kugeln tödlich getroffen, brechen die Kriminellen zusammen. So lautet die offizielle Version des Polizeipräsidiums in Los Angeles (LAPD) zu dem Überfall. Dass es eigentlich ganz anders war, dass die Hüter des Gesetzes möglicherweise zusahen, wie die Täter verbluteten, gestehen jetzt Polizisten vor Gericht, um ihre eigene Haut zu retten.

    Gegen mehr als 70 Polizeibeamte der Westküstenmetropole wird wegen Korruption, Diebstahl, Raub, Körperverletzung, Meineid und vielleicht sogar Mord ermittelt. Bürgerrechtsbewegungen meinen, dies sei der größte Polizeiskandal in der Geschichte der USA.

    ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen sprach mit Opfern und dem Chef des Polizeipräsidiums.

    "Die Polizei von L.A. ist eine korrupte und mörderische Behörde. Das war schon immer so; und nur weil ein Polizist beim Stehlen von acht Pfund Heroin erwischt wurde, ist das jetzt herausgekommen. Eigentlich wussten alle, dass es so ist. Nur hat sich nie jemand getraut, es auszusprechen", sagt Steve Yagman, ein Opferanwalt. Der Polizist Raffael Perez wurde angeklagt, mit Kokain aus der Asservatenkammer gehandelt zu haben. Um seine Haut zu retten, packte er aus und brachte so den Skandal ins Rollen.

    Laut seiner Aussage brach die Spezialeinheit, die im Rampart--Bezirk gegen Banden vorgeht, ständig das Gesetz: Die Polizisten handelten mit Drogen, schoben Unschuldigen Waffen und Kokain unter, misshandelten Verdächtige und ließen Beweismaterial verschwinden, um ihre Taten zu verschleiern. In einem Fall schossen die Polizisten auf einen Verdächtigen. Sie riefen erst die Ambulanz, nachdem sie dem Opfer eine Waffe untergeschoben hatten, damit es wie Notwehr aussah; der Mann verblutete. Ein weiteres Opfer saß jahrelang im Gefängnis, erst jetzt wurde das Urteil gegen ihn aufgehoben. "Obwohl es nur eine kleine Gruppe von Polizisten unter den insgesamt 10 000 im LAPD war, schulden wir der Öffentlichkeit eine Entschuldigung. Wir haben sie im Stich gelassen", sagt Commander David Kalish vom Los Angeles Police Departement.

    Das Vertrauen der Bürger in die Strafverfolgungsbehörden von Los Angeles ist zerstört. Bis zu 12 000 Fälle müssen in L.A. neu aufgerollt werden. Der Verdacht: Skrupellose Polizisten haben ahnungslosen Opfern bewusst Schaden zugefügt.

    Weitere Themen:     Funkelnde Hoffnung - Saphirjäger auf Madagaskar     Null Bock auf Blair - Jugendliche in Nordengland

    Moderation: Theo Koll

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