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Die Generäle und die Demokratie / ZDF-Dokumentation über den "Machtkampf am Bosporus"

    Mainz (ots) - Die Türkei durchlebt die vielleicht wichtigste Phase seit der Staatsgründung vor mehr als einem Dreivierteljahrhundert. Das Militär hatte im April die Wahl eines islamischen Politikers ins Amt des Staatspräsidenten per Putschdrohung verhindert. Am 22. Juli soll nun das Parlament neu gewählt werden. Aus diesem Anlass zeigt das ZDF am Donnerstag, 19. Juli 2007, 0.30 Uhr, die Dokumentation "Die Generäle und die Demokratie - Machtkampf am Bosporus", in der ZDF-Türkei-Korrespondent Stephan Hallmann die Hintergründe der Auseinandersetzung um die Zukunft des Landes aufzeigt.

    Die gewaltigen Massendemonstrationen gegen die angeblich akute Gefahr der "Islamisierung" des Landes, das Urteil des türkischen Verfassungsgerichts zur Präsidentenwahl und die Drohungen der Militärs - all das macht die Lage unübersichtlich und wirft die grundsätzliche Frage auf, wie demokratisch die Türkei eigentlich ist. Das Land, das in die EU aufgenommen werden will, droht ins außenpolitische Abseits zu geraten und innenpolitisch in alte Zeiten zurückzufallen. Aus denen schien es sich mit Hilfe der Reformen für den beabsichtigten EU-Beitritt gerade erfolgreich herauszuarbeiten.

    Doch jetzt ist die politische Situation angespannt. Auf der einen Seite die herrschenden Eliten in Militär, Justiz und Staatsbürokratie: Sie geben sich modern, liberal und sehen sich als Bewahrer der "laizistischen Republik" des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk. Aber sind sie nicht in Wirklichkeit eher konservativ und reaktionär? Auf der anderen Seite die angeblichen "Islamisten" in der Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Tayyip Erdogan. Es scheint, als wenn ausgerechnet sie den Weg für eine Demokratisierung der Türkei bereiten.

    Die Stimmung kocht hoch vor den Wahlen, und die Strippenzieher der Kampagnen gegen die islamische Regierungspartei AKP schüren Ängste. Gespenster geistern durch die großen Städte und die anatolische Provinz; Gespenster eines bevorstehenden Gottesstaates, von Separatismus und Terror werden heraufbeschworen. Besonnene Stimmen gehen unter in einem nationalistischen Meer roter Fahnen mit Halbmond und Stern. Die Türkei zeigt Flagge. Die konservativen Kräfte setzen ganz auf den extremen Nationalismus. Er ist das zentrale Element in dem Verwirrspiel am Bosporus.

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