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Filmtausch im Internet erreicht ungeahnte Ausmaße
Die Jagdgründe der Filmfreaks

    Hannover (ots) - Kaum ist der neue Asterix-Film angelaufen, haben
die ersten Fans sich den Streifen bereits über das Internet auf den
heimischen Rechner geholt. Die Filmbranche steckt inzwischen in der
gleichen Krise wie die Musikindustrie - und das nicht nur in den USA
sondern auch in Deutschland, berichtet das Computermagazin c't in
seiner aktuellen Ausgabe 6/02.
    
    Als die ersten Blockbuster im Internet auftauchten, waren sie noch
per Handkamera im Kino heimlich abgefilmt und in entsprechend
schlechter Qualität im Netz zu finden. Inzwischen hat sich der
Filmklau professionalisiert: Von digitalen Abtastungen der Filmrollen
bis hin zu Kopien, so genannten Rips, von Preview-DVDs, haben sich
die Filmraubkopierer einiges einfallen lassen.
    
    Über verschiedenste Wege durch das Internet landen diese "Moviez"
auf den heimischen PCs. "Besonders beliebt sind
Peer-to-Peer-Tauschbörsen, die ähnlich wie Napster funktionieren,"
erklärt c't-Redakteur Dr. Volker Zota. Filmfreaks nutzen aber auch
diverse andere Quellen, etwa Internet-Newsgroups, Chat-Foren oder
FTP- und FXP-Foren.
    
    An amerikanischen Gerichten hat die Filmindustrie bereits erste
Klagen eingereicht. Das könnte bald auch in Deutschland passieren,
denn im Internet finden sich jetzt auch vermehrt deutschsprachige
Filme. "Wer aber die ‚Moviez' im Netz tauscht, verletzt das
Urheberrecht und macht sich strafbar", warnt c't-Experte Dr. Volker
Zota, zweifelt aber an der Herangehensweise der Industrie.
"Rechtliche Schritte gegen Betreiber von Tauschbörsen und deren
Nutzer alleine werden kaum den gewünschten Erfolg bringen." Die
Musikindustrie konnte auch den Tausch von MP3-Dateien per
Gerichtsbeschluss nicht effektiv verhindern. Allerdings verfügt die
Filmindustrie über den Vorteil, dass ein Blockbuster aus dem Internet
nicht das Kinoerlebnis auf einer Großleinwand ersetzen kann. "Die
Verlierer dürften weniger die Kinos als der Video-Verleih und
-Verkauf sein," so Dr. Volker Zota. (vza)
    
    Titelbild c't 6/2002: www.heise.de/
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