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Nach Pilotprojekt in Tansania: Versorgung mit Malaria-Therapie ist in Ostafrika: "SMS for Life" lebt, weil die Idee dahinter so simpel ist!

Nach Pilotprojekt in Tansania: Versorgung mit Malaria-Therapie ist in Ostafrika: "SMS for Life" lebt, weil die Idee dahinter so simpel ist!
SMS for Life: General Stores als zentrale Anlaufstelle zur Malaria-Behandlung in Ostafrika. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/7760 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Novartis Deutschland GmbH/Novartis AG"

Nürnberg (ots) - Peter Büsch ist Projektmanager bei Novartis Pharma, Nürnberg. Er entwickelt Lösungen für unterschiedlichste Fragen seiner internen Auftraggeber. Jede neue Technik fasziniert ihn - und weckt seine Neugier, wie diese den Arbeitsalltag erleichtern könnten. Ein Ansatz, der ihn für ein weltweites Projekt interessant machte: dabei ging es um Arzneimittel gegen Malaria. Peter Büsch verschlug es vom heimischen Nürnberg nach Tansania. Dort lernte er die Vorzüge eines handelsüblichen Handys neu schätzen - dank SMS for Life.

Malaria ist in vielen afrikanischen Ländern das Gesundheitsrisiko Nummer 1. Jedes Jahr infizieren sich Millionen Menschen mit dem Malaria-Virus. Besonders Kleinkinder sind gefährdet: Statistisch gesehen stirbt jede Minute ein afrikanisches Kind an den Folgen von Malaria(1) - und das, obwohl Malaria behandelt werden kann. Beispielsweise mit einem seit 2001 von Novartis zugelassenen Anti-Malaria-Arzneimittel, das seit 2002 auf der Essential Drug List der WHO steht. Mehr als 60 besonders betroffenen Ländern stellt Novartis das Medikament zum Selbstkostenpreis zur Verfügung. Allein in den letzten zehn Jahren wurden so über 500 Millionen Behandlungseinheiten übergeben.

Der lange Weg vom Flughafen zum Betroffenen

Doch wie kommen 500 Millionen Behandlungseinheiten zu jedem einzelnen Patienten - und zwar rechtzeitig und in der richtigen Wirkstärke? Fragen, die man sich unter anderem in Tansania stellte. Das ostafrikanische Land ist mehr als zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland. Asphaltierte Straßen rund um die Hauptstadt Daressalam sind die Ausnahme. Schotterpisten und Feldwege, die während der Regenzeit meist unbefahrbar sind, dagegen die Regel. Doch genau diese führen dorthin, wo die meisten Anti-Malaria-Medikamente gebraucht werden.

Hier kommt Peter Büsch ins Spiel: Er reiste vor fünf Jahren nach Tansania, um sich dort mit weiteren Kollegen selbst ein Bild von der Situation zu machen - und gemeinsam mit den Menschen vor Ort eine Lösung zu entwickeln. Galt der streng hierarchische Aufbau des tansanischen Gesundheitssystems bisher meist als Hemmschuh für die optimale Versorgung, war dem Team schnell klar, dass es auch Chancen bietet: "Die Struktur stand, sie musste nur in neue Bahnen gelenkt werden", fasst Peter Büsch zusammen. Im Mittelpunkt dabei: die Dukaladawas, die in den Dörfern meist medizinische Station, Apotheke und Tante Emma-Laden in einem sind - und damit die optimale Anlaufstelle für Malaria-Patienten.

Das Gießkannen-Prinzip wurde zu den Akten gelegt

"Damals erhielten alle Dukaladawas die gleiche Menge vom Zentrallager in der Hauptstadt zugeschickt - unabhängig davon, ob sie die Anti-Malaria-Medikamente überhaupt benötigen oder nicht", so Büsch. Die Folge: Während die eine auf riesigen Lagerbeständen saß, musste die andere Apotheke Patienten unversorgt nach Hause schicken. Umgedreht führte kaum eine Dukaladawa darüber Buch, wie viele Packungen sie von welcher Wirkstärke noch auf Lager hat. Eine vorausschauende Planung war nicht möglich. Oft zogen Monate ins Land, bis Nachschub an Anti-Malaria-Medikamenten da war.

Buchhaltung leicht gemacht: oder Y8, B3, R10, G2

"So komplex sich das Problem anfangs gestaltet, so einfach war die Lösung: eine SMS pro Woche", sagt Büsch. Denn Tansania verfügt, wie viele andere afrikanische Länder auch, über ein nahezu flächendeckendes Mobilfunknetz. Fast jeder Mensch dort besitzt ein Handy. Gemeinsam mit Vodafone und IBM strickte man also an einem Bestellsystem, das sowohl für die Dukaladawas als auch für allen anderen Prozessbeteiligten leicht zu verstehen und einfach anzuwenden ist: "Y8, B3, R10, G2 - vier Buchstaben und vier Zahlen können so eine ganze Buchhaltung ersetzen", erzählt Büsch grinsend.

Die Buchstaben stehen dabei stellvertretend für die Farben der Faltschachteln und damit für die Wirkstärke - gelb (yellow), blau, rot und grün; die Zahl dahinter gibt den jeweiligen Lagerbestand der Packungen an. Jede Dukaladawa, die mitmacht, bekommt die Kosten für die Bestell-SMS ersetzt - und als Anreiz, eine weitere SMS gutgeschrieben.

Das Pilotprojekt mausert sich - SMS for Life in anderen Ländern Die Erfolge können sich sehen lassen: War zu Beginn des Projekts SMS for Life lediglich jede vierte Station zuverlässig mit ausreichend Malaria-Medikamenten ausgestattet, waren es ein Jahr später alle Dukaladawas. Die Wartezeiten gingen durch SMS for Life in Tansania von drei Monaten auf wenige Tage zurück - potentielle Lieferengpässe nahmen um 70 Prozent ab.

Was als Pilotprojekt begonnen hat, ist heute fester Bestandteil des tansanischen Gesundheitssystems - und wird mittlerweile für die Versorgung anderer Erkrankungen wie z. B. Tuberkulose und Lepra eingesetzt. Auch der Sprung über die Landesgrenzen ist geglückt: Die Gesundheitsbehörden in Kenia, Ghana, Kamerun und die Demokratische Republik Kongo setzen ebenfalls auf SMS for Life. Weitere afrikanische Staaten könnten folgen - für Peter Büsch keine Überraschung. Seine Erklärung ist kurz und einfach: "SMS for Life lebt, weil die Idee dahinter so simpel ist!"

(1) WHO: Malaria Fact Sheet; World Malaria Report 2013

Über Novartis

Novartis bietet innovative medizinische Lösungen an, um damit auf die sich verändernden Bedürfnisse von Patienten und Gesellschaften einzugehen. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz) und verfügt über ein diversifiziertes Portfolio, um diese Bedürfnisse so gut wie möglich zu erfüllen - mit innovativen Arzneimitteln, ophthalmologischen Produkten, kostengünstigen generischen Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika zur Vorbeugung von Erkrankungen, rezeptfreien Medikamenten und tiermedizinischen Produkten. Novartis ist das einzige global tätige Unternehmen mit führenden Positionen in diesen Bereichen. Im Jahr 2013 erzielte der Konzern einen Nettoumsatz von USD 57,9 Milliarden und wies Kosten für Forschung und Entwicklung in Höhe von rund USD 9,9 Milliarden (USD 9,6 Milliarden unter Ausschluss von Wertminderungen und Abschreibungen) aus. Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 136 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitstellenäquivalente) in über 140 Ländern. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.novartis.com - oder folgen Sie uns auf Twitter unter www.twitter.com/Novartis_DE.

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