Initiative Kiefergesundheit

Zahnersatz: Kieferorthopädie für ein stabiles Umfeld

Berlin (ots) - "Das erwachsene Gebiss weist häufig, im Gegensatz zum jugendlichen, instabile Zahnbögen auf", sagt Kieferorthopäde Prof. Dr. Philipp Meyer-Marcotty von der Universitätsmedizin Göttingen: Zahnverlust verändere den Kieferknochen, unterstützender Knochen gehe zurück, Nachbarzähne kippten unkontrolliert oder "wanderten". Wenn geplanter Zahnersatz auf solche Voraussetzungen trifft, sei eine Vernetzung aller zahnärztlichen Fachdisziplinen notwendig, so Meyer-Marcotty auf Anfrage der gemeinnützigen Initiative Kiefergesundheit. In einem derartigen interdisziplinären Behandlungskonzept erweise sich die Kieferorthopädie als hilfreicher Kooperationspartner zur Korrektur der instabilen Situation. Beispiel Brücken-Kronen-Versorgung: Sind Zähne gekippt, kann eine kieferorthopädische Aufrichtung - achsengerecht auf dem Kieferknochen - eine günstigere Ausgangsbasis für den Zahnersatz schaffen. Beispiel Zahnimplantate: Vor der Insertion kann es notwendig sein, neben der zu versorgenden Lücke eine gleichmäßige Verteilung der Zähne zu erreichen - hier können individuell angepasste kieferorthopädische Verfahren viel bewegen. Zudem können kieferorthopädische Maßnahmen die Lockerung "wandernder" bzw. "verlängerter" Zähne aufgrund eines erkrankten Zahnhalteapparates aufhalten bzw. korrigieren.

Kieferorthopädische Vorbereitungen können Zahnersatz-Patienten viele Vorteile bieten, so Professor Meyer-Marcotty: Nach Behandlungsende seien die Zähne meist "achsengerecht" belastbar, Ober- und Unterkiefer würden beim Kauen seitengleich abgestützt - und das Kiefergelenk sei gleichmäßig belastet. "Damit ist eine Grundvoraussetzung für den Langzeiterhalt der Zähne und des gesamten Kausystems geschaffen", sagt der Wissenschaftler. Moderne kieferorthopädische Verfahren unterstützen dabei das gesamtzahnärztliche Vorgehen: Grazile Spangen, Keramikbrackets oder eine Befestigung der Spange an der Hinterseite der Zähne können heutzutage eine kieferorthopädische Therapie weitgehend bis komplett unsichtbar machen - was den Wünschen vieler erwachsener Patienten entgegenkommt. Die Dauer der aktiven Therapie richte sich dabei nach Umfang, Art und Ausmaß notwendiger Zahnbewegungen und müsse entsprechend individuell geplant werden. Sie könne wenige Wochen dauern - in seltenen Fällen aber auch bis zu drei und mehr Jahren. Zumeist sei die aktive Behandlung in ein bis zwei Jahren abgeschlossen.

Pressekontakt:

Birgit Dohlus, T: 030-3082 4682, info@zahndienst.de 

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