Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

Aua, das tut weh!
Schmerzbehandlung ist aktiver Tierschutz

Aua, das tut weh! / Schmerzbehandlung ist aktiver Tierschutz
Wie der Mensch leiden auch Tiere unter Schmerzen. Medikamente helfen, den Schmerz zu lindern. Foto: soniccc/Fotolia. Abdruck Text und Foto (nur in Verbindung mit dieser Meldung) honorarfrei bei Quellenangabe. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/76750

Bonn (ots) - Eigentlich weiß man es schon sehr lange. Tiere leiden genauso wie Menschen unter Schmerzen. Nicht umsonst gehört der Reim "Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz" seit jeher in jede gute Kinderstube. Ob nun ein Hund mit seiner Pfote in eine Glasscherbe tritt oder der Mensch mit nackten Füßen - die Reaktionen, die im Körper ablaufen, sind die gleichen. Es entsteht Schmerz, der von Nervenfasern in das zentrale Nervensystem weitergeleitet, im Rückenmark verarbeitet und schließlich im Gehirn wahrgenommen wird. Es folgt die reflexartige Reaktion, den Fuß oder die Pfote möglichst schnell zurückzuziehen. Der akute Schmerz übernimmt somit eine wichtige Schutzfunktion. Schmerzen sind auf jeden Fall unangenehm, auch für das Tier. Hat der Tierhalter den Eindruck, dass sein Tier Schmerzen hat, sollte er sich nicht scheuen, den Tierarzt darauf anzusprechen. Der kann frühzeitig ausreichend starke Schmerzmittel verschreiben.

Werden Schmerzen chronisch, verlieren sie ihre Bedeutung als nützliches Schutzsystem. Im Gegenteil, dauerhafte Schmerzen prägen sich sogar ins Gedächtnis ein und können selbst zur Krankheit werden. Schuld daran ist das sogenannte Schmerzgedächtnis. Chronische Schmerzen sind bei Tieren häufig nur schwer erkennbar. Ein urzeitlicher Instinkt gebietet Hund und Katze noch heute, ihre Schmerzen und damit ihre "Wehrlosigkeit" zu verbergen. Das gilt auch für die fremde Tierarztpraxis. Die Beobachtung im häuslichen Umfeld durch den Tierhalter ist deshalb besonders wichtig für die Diagnose. Häufige chronische Schmerzen bei Hund und Katze - und hier besonders bei älteren Tieren - sind beispielsweise Gelenksentzündungen. Bewegt sich das Tier weniger, hat es keinen rechten Appetit mehr oder zuckt es bei Berührung sogar zurück? Das sind Symptome, die auf dauerhafte Schmerzen hinweisen können. Bei chronischen Krankheiten ist es besonders wichtig, diese so früh wie möglich zu erkennen. Auch wenn eine hundertprozentige Heilung oft nicht möglich ist, können Beschwerden mit entsprechenden Medikamenten gemindert und Krankheitsverläufe mit begleitenden Therapien verlangsamt werden. Falls erforderlich, können Schmerzmittel über Jahre hinweg verabreicht werden.

Bei medizinischen Eingriffen, die eigentlich der Tiergesundheit dienen, sind Schmerzen unvermeidbar. Dies können beispielsweise Zahnbehandlungen, Kastrationen oder operative Eingriffe aller Art sein. In solchen Fällen lindert der Tierarzt die krankheitsbedingten Schmerzen schon vor dem Eingriff mit geeigneten Medikamenten. Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass sich Schmerzen vor der Operation wesentlich auf die Schmerzempfindlichkeit nach der Operation auswirken. Der Tierarzt wird dies mit dem Tierhalter besprechen, vor allem wenn es sinnvoll ist, die Medikamentengabe nach einem Eingriff zu Hause fortzusetzen. In der Regel fördern Schmerzmittel die Heilung, weil sich das Tier besser fühlt und seine gewohnten Aktivitäten schneller wiederaufnehmen kann.

Weitere Hintergrundinformationen gibt es unter http://ots.de/qMF4M oder Initiative tiermedizinische Schmerztherapie (ITIS)

Pressekontakt:

Bundesverband für Tiergesundheit e.V., Dr. Sabine Schüller,
Schwertberger Straße 14, 53177 Bonn, Tel. 0228/31 82 96,
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