Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

Tiergesundheit: Wenn die Nieren ihren Dienst einstellen

Tiergesundheit: Wenn die Nieren ihren Dienst einstellen
Im Rahmen regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen kann der Tierarzt auch die Nierenfunktion überprüfen. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/76750 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/iStock/BfT"

Bonn (ots) - Ach ja, jetzt kommt auch mein kleiner vierbeiniger Hausfreund in die Jahre. Das wird sich mancher Tierhalter sagen, wenn Hund oder Katze häufig müde erscheinen, immer seltener zum Fressnapf gehen und abnehmen oder das Fell seinen Glanz verliert. Doch Vorsicht! Diese Symptome können zwar einfach nur das Senioralter eines Tieres einläuten, häufig steckt aber eine lebensbedrohliche Nierenerkrankung dahinter. Denn die chronische Niereninsuffizienz, kurz CNI, trifft vor allem ältere Tiere.

Sehr typisch ist ihr schleichender Verlauf. Deshalb bleibt sie im frühen Stadium häufig unerkannt. Erst wenn bereits 65 - 70 Prozent der Nephrone zerstört sind, kommt es zu sichtbaren Auswirkungen. Nephrone sind in der Niere dafür zuständig, den Harn zu filtrieren und Giftstoffe aus dem Körper auszuscheiden. Da die noch gesunden Bereiche der Nieren im Anfangsstadium noch die Aufgaben der nicht mehr funktionsfähigen Nephrone mit übernehmen können, bleibt die CNI lange unentdeckt.

Betroffen sind überwiegend ältere Tiere, Katzen häufiger als Hunde. Man schätzt, dass mindestens zehn Prozent aller Katzen, die älter als sieben Jahre sind, an CNI erkranken. Bei Katzen über zehn Jahren steigt die Häufigkeit sogar auf ein Drittel. Aber auch rund 16 Prozent aller über achtjährigen Hunde sind betroffen. CNI gilt als die häufigste Todesursache bei Hunden und Katzen im Seniorenalter. Auch scheinen bestimmte Rassen anfälliger zu sein. Nierenversagen tritt bei Rassekatzen häufiger als bei den Europäisch Kurzhaar Katzen auf, bei Hunden gehören Pudel, Cocker Spaniel, Berner Sennenhund und Yorkshire Terrier zur Risikogruppe.

Die CNI ist leider nicht heilbar. Bei einer rechtzeitigen Diagnose kann der Tierarzt jedoch eine Therapie einleiten, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt und die Symptome lindert. Die Behandlung der CNI ist immer eine Langzeittherapie. Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Erbrechen lassen sich durch entsprechende Medikamente mildern. Nicht nur die Lebenserwartung, sondern auch die Lebensqualität der Patienten kann so entscheidend verbessert werden. Nierendiäten spielen bei der Therapie ebenfalls eine zentrale Rolle. Da die Nieren es nicht mehr schaffen, überflüssiges Phosphor über den Harn auszuscheiden, stehen dabei phosphatbindende Ergänzungsfuttermittel, die lebenslang gefüttert werden müssen, im Mittelpunkt. Tierhalter sollten darüber hinaus darauf achten, dass ihr Patient ausreichend trinkt.

Im Rahmen regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen, die bei älteren Tieren ohnehin Standard sein sollten, kann der Tierarzt auch die Nierenfunktion, etwa durch einen Harntest, überprüfen.

Weitere Informationen: http://ots.de/zCKZu

Pressekontakt:

Bundesverband für Tiergesundheit e.V., Dr. Claudia Sigge,
Schwertberger Straße 14, 53177 Bonn, Tel. 0228/31 82 96,
bft@bft-online.de

Original-Content von: Bundesverband für Tiergesundheit e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: