Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

Schmerzen müssen nicht sein
Menschen, die unter Schmerzen leiden, können diese recht genau benennen
Das erleichtert dem Arzt die Schmerzbekämpfung (mit Bild)

Verhaltens-Warnsignale und eine intensive Untersuchung helfen dem Tierarzt, nicht nur die Krankheit selber, sondern auch Ausmaß und Ursache des Schmerzes zu bestimmen Foto: BfT. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ Bundesverband für Tiergesundheit e.V. "

Bonn (ots) - Auch Hund und Katze reagieren auf das unangenehme Sinneserlebnis "Schmerz". Sie können aggressiv, aber auch depressiv sein, manche sind unruhig, andere wirken wie "eingefroren". Eine übertriebene Reaktion auf Abtasten, ständiges auf die Wunde schauen, Wunden verdecken oder Selbstverletzung können weitere Indizien sein. Die sehr unterschiedlichen Verhaltensweisen richtig zu deuten, ist eine echte Herausforderung.

Schon beim ersten Verdacht sollten Tierhalter deshalb sofort den Tierarzt aufsuchen, denn der Schmerz ist häufig das erste Indiz für eine schwerwiegende Erkrankung wie beispielsweise Arthrose oder Krebs. Die Verhaltens-Warnsignale helfen dem Tierarzt, nicht nur die Krankheit selber, sondern auch Ausmaß und Ursache des Schmerzes zu bestimmen und eine anschließende Schmerztherapie einleiten zu können. Mit einem rechtzeitigen Erkennen von Schmerzen lässt sich zudem verhindern, dass aus akuten Schmerzen chronische Schmerzen werden. Diese sind meist viel schwieriger zu lindern. Die chronische Gelenkabnutzung (Osteoarthrose) beim Hund ist ein Beispiel dafür, wie nützlich auch Langzeitbehandlungen sein können. Sogar nach mehreren Monaten Behandlungsdauer können noch klinische Verbesserungen eintreten. Eine frühzeitige Gabe von Medikamenten verhindert darüber hinaus das Phänomen des sogenannten Schmerzgedächtnisses, bei dem die Patienten auch dann noch unter Schmerzen leiden, obwohl sie längst wieder gesund sind.

Bei operativen Eingriffen lindern Schmerzmittel nicht nur den "scharfen" akuten OP-Schmerz, sie reduzieren auch den Schmerz danach. War man früher der Meinung, dass der Schmerz nach einer OP förderlich ist, weil sich das kranke Tier dann weniger bewegt, weiß man heute, dass schmerzfreie Tiere schneller genesen. Der Patient fühlt sich wohler, die Wundheilung verläuft besser, die Gefahr von Infektionen nach einer OP sinkt, die Klinikaufenthalte verkürzen sich. Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass sich auch Schmerzen vor der Operation wesentlich auf die Schmerzempfindlichkeit nach der Operation auswirken und daher kontrolliert werden müssen.

Vor allem in den letzten Jahren wurden für Hunde und Katze moderne Medikamente entwickelt, die akute und chronische Schmerzen lindern können sowie in hohen Dosierungen und teilweise auch ein Leben lang gut verträglich sind.

Ausführliche Details zum Thema Schmerzmanagement unter www.bft-online.de/de/presse/kleintiergesundheit/

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