Thrombosis Research Institute

Thrombosis Research Institute kündigt fürden ESC Kongress 2016 neue Praxisdaten zum Vorhofflimmern aus dem GARFIELD-AF-Registeran

London (ots/PRNewswire) -

- Ein Satellitensymposium und drei GARFIELD-AF-Präsentationen, 
  einschließlich einer Präsentation zum Register, sollen aufzeigen, 
  wie wichtig es ist, dass Ärzte das Schlaganfallrisiko bei Patienten
  mit Vorhofflimmern in ihrer alltäglichen Behandlungspraxis 
  berücksichtigen   
- Der ESC Kongress 2016 fällt mit dem Erreichen eines weiteren 
  Meilensteins des GARFIELD-AF-Registers zusammen:dem Übertreffen der
  angestrebten Teilnehmerzahl von 57.000 Patienten.     

Auf dem ESC Kongress 2016, der vom 27. bis 31. August 2016 in Rom, Italien, stattfindet, werden neue Daten aus dem Global Anticoagulant Registry in the FIELD-Atrial Fibrillation (GARFIELD-AF / globales Antikoagulantregister in der Behandlungspraxis - Vorhofflimmern) vorgestellt. Hauptaugenmerk soll dabei auf der Bedeutung von Risikostratifikation und patientenspezifischen Managementstrategien für die Weiterentwicklung der alltäglichen klinischen Behandlungspraxis liegen. Mithilfe besserer Stratifikationsprogramme und korrekt verordneter und überwachter antithrombotischer Medikamente können Ärzte die Häufigkeit von Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) senken und die belastenden Schlaganfallfolgen für Patienten und ihre Familien verhindern.

GARFIELD-AF ist das größte laufende Langfristregister für den Bereich Vorhofflimmern und die Registrierung ist nun mit über 57.000 Patienten in fünf Kohorten abgeschlossen. Während der Registerpräsentation zum Vorhofflimmern auf dem diesjährigen ESC Kongress wird ein neues Tool für die Risikostratifikation vorgestellt, das auf weltweiten GARFIELD-AF-Daten basiert:

Identifying patients with atrial fibrillation and "truly low" thromboembolic risk who are poorly characterized by CHA2DS2-VASc: Superior performance of a novel machine learning tool in GARFIELD-AF (7075) (Identifikation von Patienten mit Vorhofflimmern und einem "wirklich niedrigen" thromboembolischen Risiko, die mit CHA2DS2-VASc unzureichend eingestuft werden: Überlegene Leistung eines neuen Tools für das maschinelle Lernen in GARFIELD-AF)

- Registerpräsentation: Registries Atrial Fibrillation
- Montag, 29. August 2016, 08:30 MESZ, Raphael - The Hub 

Die Risikobewertung konzentriert sich darauf, mithilfe von Risikostratifikationstools echte Niedrigrisikopatienten mit Vorhofflimmern herauszustellen, die keiner antithrombotischen Behandlung bedürfen. Diese Präsentation wird von Professor Keith A. A. Fox von der Universität Edinburgh vorgestellt. Dabei wird die Leistung von CHA2DS2-VASc mit einem neuen computergenerierten Ansatz (maschinelles Lernen) für die Risikomodellierung für Niedrigrisikopatienten mit Vorhofflimmern mithilfe von aktuellen GARFIELD-AF-Daten verglichen.

Weitere wichtige Informationen aus dem GARFIELD-AF werden in einem Satellitensymposium und zwei moderierten Posterpräsentationen vorgestellt:

Risk profiles and the quality of stroke prevention for patients with atrial fibrillation: Results from the GARFIELD-AF registry (Risikoprofile und die Qualität der Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern: Ergebnisse des GARFIELD-AF-Registers)

- Vom Thrombosis Research Institute (TRI) finanziertes 
  Satellitensymposium  
- Samstag, 27. August 2016, von 15:30 bis 17:00 MESZ, Cairo Room, 
  Village 3 

Ein Expertengremium wird Fragen mithilfe von Daten neu diagnostizierter Patienten mit Vorhofflimmern aus dem GARFIELD-AF diskutieren und Themen wie das Risiko einer vorzeitigen Sterblichkeit, Risikobewertungsprogramme für Patienten, das Management von Niedrigrisikopatienten sowie die Merkmale von Patienten, die mit verschiedenen antithrombotischen Wirkstoffen behandelt werden, besprechen.

Do baseline characteristics account for geographical variations in event rates in patients with newly diagnosed atrial fibrillation? The GARFIELD-AF registry (P83627) (Lassen sich die geografischen Variationen bei den Ereignisraten neu mit Vorhofflimmern diagnostizierter Patienten anhand der Baseline-Charakteristika erklären? Das GARFIELD-AF-Register (P83627))

- Moderierte Postersitzung: Antithrombotische Behandlung bei 
  Vorhofflimmern
- Montag, 29. August 2016, von 15:35 bis 16:25 MESZ, Moderierte 
  Posterstation - Posterbereich 

Professor Keith A. A. Fox stellt eine Analyse der geografischen Variabilität bei Gesamtmortalität, Schlaganfällen und systemischen Embolien (SE) sowie schweren Blutungen bei Patienten mit neu diagnostiziertem nicht-valvulärem Vorhofflimmern aus GARFIELD-AF vor.

Vitamin K antagonist control for patients with nonvalvular atrial fibrillation in Eastern and Southeastern Asia: An analysis of event rates from GARFIELD-AF (P83239) (Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern in Ost- und Südostasien: Eine Analyse der Ereignisraten aus GARFIELD-AF-Daten (P83239))

- Moderierte Postersitzung: Antithrombotische Behandlung bei 
  Vorhofflimmern
- Dienstag, 30. August 2016, von 10:05 bis 10:55 MESZ, Moderierte 
  Posterstation - Posterbereich 

Professor Shinya Goto von der Tokai University, Isehara, Japan stellt eine Analyse der Verbindung zwischen INR-Werten (International Normalized Ratio) zur Messung der Blutgerinnungsleistung und der Inzidenz von Schlaganfällen/SE, schweren Blutungen sowie der Gesamtmortalität bei Patienten aus Ost- und Südostasien vor, die mit Vitamin-K-Antagonisten behandelt werden. Grundlage bilden hierbei GARFIELD-AF-Daten.

Über das GARFIELD-AF-Register

GARFIELD-AF ist eine bahnbrechende, unabhängige akademische Forschungsinitiative und wird von einem internationalen Lenkungsausschuss unter der Schirmherrschaft des Thrombosis Research Institute (TRI) in London geführt.

Dabei handelt es sich um eine internationale, beobachtende multizentrische Studie zur Schlaganfallprävention bei Patienten mit neu diagnostiziertem Vorhofflimmern. Die Rekrutierung von Patienten wurde 2016 abgeschlossen. GARFIELD-AF hat die angestrebte Teilnehmerzahl von 57.000 Patienten nun übertroffen. Für die Studie wurden Patienten aus über 1.000 Zentren in 35 Ländern weltweit rekrutiert, darunter Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und der Asien-Pazifik-Raum.

Das heutige Verständnis von VHF basiert auf den bei kontrollierten klinischen Studien gesammelten Daten. Diese Studien sind wesentlich für die Bewertung und Sicherheit neuer Behandlungsmethoden, sind aber in Bezug auf die klinische Praxis nicht repräsentativ. Folglich herrscht weiterhin Unsicherheit über die Belastung im wirklichen Leben und den Umgang mit dieser Krankheit. GARFIELD-AF zielt darauf ab, Einblicke in die Wirkung der Antikoagulantientherapie hinsichtlich thromboembolischer Komplikationen und Blutungskomplikationen zu liefern, die bei dieser Patientenpopulation beobachtet wurden. Es sorgt für ein tieferes Verständnis in Bezug auf Verbesserungsmöglichkeiten der behandlungstechnischen und klinischen Ergebnisse in einer repräsentativen und gemischten Patientengruppe und über unterschiedliche Populationen hinweg. Damit sollten Ärzte und Gesundheitssysteme in die Lage versetzt werden, Innovationen angemessen zu nutzen, um die besten Ergebnisse für Patienten und Populationen sicherzustellen.

Das Register startete im Dezember 2009. Vier wesentliche Design-Merkmale des GARFIELD-AF-Protokolls garantieren eine umfassende und repräsentative Beschreibung des Vorhofflimmerns, nämlich:

- Vier aufeinanderfolgende Kohorten von prospektiven, neu 
  diagnostizierten Patienten, die Vergleiche von einzelnen Zeiträumen
  erleichtern und die Behandlungsverläufe und Ergebnisse beschreiben.
- Studienstandorte, die zufällig innerhalb von sorgfältig 
  zugewiesenen nationalen VHF-Pflegeeinrichtungen ausgewählt wurden, 
  stellen sicher, dass die teilnehmende Patientenpopulation 
  repräsentativ ist.
- Aufnahme von konsekutiven, in Frage kommenden Patienten unabhängig 
  von der Therapie, um potentielle Selektionsverzerrungen zu 
  verhindern.
- Erfassung von Follow-up-Daten für einen Zeitraum von mindestens 
  zwei und bis zu acht Jahren nach der Diagnose, um eine umfassende 
  Datenbank mit Behandlungsentscheidungen und -ergebnissen in der 
  klinischen Praxis zu erstellen. 

Teilnehmende Patienten müssen innerhalb der vergangenen sechs Wochen mit nicht-valvulärem VHF diagnostiziert worden sein und mindestens einen Risikofaktor für einen Schlaganfall aufweisen. Damit sind sie potentielle Kandidaten für eine Antikoagulantientherapie, um Blutgerinnsel zu vermeiden, die einen Schlaganfall zur Folge haben können. Es obliegt dem Studienleiter, den Risikofaktor/die Risikofaktoren des einzelnen Patienten zu bestimmen. Diese müssen nicht auf die in gängigen Risikobewertungen enthaltenen Faktoren beschränkt sein. Patienten werden unabhängig davon, ob sie eine Antikoagulantientherapie erhalten oder nicht, in die Studie aufgenommen. Dies ermöglicht es, aktuelle und zukünftige Behandlungsstrategien unter Berücksichtigung des individuellen Risikoprofils des Patienten richtig einschätzen zu können.

Das GARFIELD-AF-Register wird über einen unbegrenzten Forschungsfonds der Bayer Pharma AG (Berlin, Deutschland) finanziert.

Die Belastung durch VHF

Bis zu 2 % der Weltbevölkerung leiden unter VHF,[1] darunter ca. 8,8 Millionen Europäer[2] und 5 bis 6,1 Millionen Menschen in den USA.[3] Schätzungen zufolge soll sich die Prävalenz bis 2050 mindestens verdoppeln, weil die Weltbevölkerung immer älter wird.[3] Durch VHF besteht ein fünffach erhöhtes Schlaganfallrisiko und jedem fünften Schlaganfall liegt diese Herzrhythmusstörung zugrunde.[1] Ischämische Schlaganfälle in Verbindung mit VHF sind oft tödlich, und die Patienten, die überleben, erleiden häufiger stärkere Behinderungen und Rückfälle als Patienten mit anderen Schlaganfallursachen.[1] Infolgedessen ist das Sterberisiko bei VHF-bedingten Schlaganfällen doppelt so hoch, und die Pflegekosten sind 50 % höher.[1] VHF tritt auf, wenn Teile der Vorhöfe unkoordinierte elektrische Signale abgeben. Dies führt dazu, dass die Kammern zu schnell und unregelmäßig pumpen und das Blut daher nicht komplett abgepumpt werden kann.[4] Infolgedessen kann sich das Blut stauen, gerinnen und eine Thrombose verursachen, was die Hauptursache für kardiovaskuläre Todesfälle weltweit darstellt.[5] Verlässt ein Blutgerinnsel die Vorhöfe, so kann es sich möglicherweise in Arterien oder anderen Körperteilen festsetzen, unter anderem im Gehirn. Ein Blutgerinnsel in einer Arterie im Gehirn führt zu einem Schlaganfall. 92 % der tödlichen Schlaganfälle werden durch eine Thrombose ausgelöst.[5] Menschen mit VHF haben außerdem ein erhöhtes Risiko für Herzversagen, chronische Erschöpfungszustände und andere Herzrhythmusprobleme.[6] Schlaganfälle sind eine wesentliche Ursache für Todesfälle und langfristige Behinderungen weltweit - mit 6,7 Millionen Todesopfern [7] und 5 Millionen Menschen mit bleibenden körperlichen Schäden pro Jahr.[8]

Über das TRI

Das TRI ist eine gemeinnützige Stiftung und ein multidisziplinäres Forschungsinstitut, das sich der Erforschung von Thrombosen und artverwandten Krankheiten widmet. Ziel des TRI ist es, Spitzenleistungen in Forschung und Bildung im Bereich Thrombosen zu erbringen und neue Strategien für ihre Prävention und Behandlung zu entwickeln, um die Qualität der Patientenversorgung zu steigern, bessere Behandlungsergebnisse zu erzielen und die im Gesundheitswesen anfallenden Kosten zu senken. Das TRI ist Mitglied des University College London Partners' Academic Health Science Network. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.tri-london.ac.uk.

1. Camm A J, Kirchhof P, et al. Guidelines for the management of 
   atrial fibrillation: The Task Force for the Management of Atrial 
   Fibrillation of the ESC Congress 2016 (Leitlinien zur Behandlung 
   von Vorhofflimmern: die Task Force für die Behandlung von 
   Vorhofflimmern des ESC Congress 2016). Eur Heart J 2010; 
   31(19):2369-2429.
2. Krijthe B P, Kunst A, et al. Projections on the number of 
   individuals with atrial fibrillation in the European Union, from 
   2000 to 2060 (Prognosen zur Anzahl der Patienten mit VHF in der EU
   von 2000 bis 2060). Eur Heart J 2013; 34: 2746-51.
3. Colilla S, Crow A, Petkun W, et al. Estimates of current and 
   future incidence and prevalence of atrial fibrillation in the U.S.
   adult population (Schätzungen von aktuellen und zukünftigen 
   Inzidenzen und Prävalenzen von Vorhofflimmern bei der 
   Erwachsenenbevölkerung in den USA). Am J Cardiol 2013; 
   112(8):1142-47.
4. National Heart, Lung, and Blood Institute. What is Atrial 
   Fibrillation? (Nationales Institut für Herz, Lunge und Blut. Was 
   ist Vorhofflimmern?) Verfügbar unter: 
http://www.nhlbi.nih.gov/health/health-topics/topics/af/ . 
   [Zuletzt abgerufen: 4. August 2016].
5. International Society on Thrombosis and Haemostasis 
   (Internationale Gesellschaft für Thrombose und Hämostase). About 
   World Thrombosis Day (Über den Welt-Thrombose-Tag). Verfügbar 
   unter:http://www.worldthrombosisday.org/about/ . [Zuletzt 
   abgerufen: 4. August 2016].
6. American Heart Association (Amerikanischer Herzverband) Why 
   Atrial Fibrillation (AF or AFib) Matters. (Bedeutung von 
   Vorhofflimmern (VHF und VHFli)) Verfügbar unter:http://www.heart.o
   rg/HEARTORG/Conditions/Arrhythmia/AboutArrhythmia/Why-Atrial-Fibri
   llation-AF-or-AFib-Matters_UCM_423776_Article.jsp . [Zuletzt 
   abgerufen: 4. August 2016].
7. World Health Organization. The top 10 causes of death. Fact sheet 
   N°310. (Weltgesundheitsorganisation. Die 10 häufigsten 
   Todesursachen. Informationsblatt Nr. 310) Verfügbar unter:
http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs310/en/ . [Zuletzt 
   abgerufen: 4. August 2016].
8. World Heart Federation. The global burden of stroke. 
   (Weltherzverband. Die globale Belastung durch Schlaganfälle) 
   Verfügbar unter: http://www.world-heart-federation.org/cardiovascu
   lar-health/stroke/ . [Zuletzt abgerufen: 4. August 2016]. 
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