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"Zäune schützen nicht vor Treibhausgasen!" - BUND demonstriert am Zaun in Heiligendamm

Heiligendamm/Berlin (ots) - "Zäune schützen nicht vor Treibhausgasen!" und "Klimaschutz jetzt!" steht auf Transparenten von Aktivisten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die heute am Sicherheitszaun in Heiligendamm demonstrieren. Eine schmelzende Weltkugel symbolisiert die Folgen des Klimawandels. Der Umweltverband warnt damit vor der drohenden Verwässerung des Abschlussdokuments des in gut einer Woche beginnenden G8-Gipfels. "Die G8 muss ein wirksames Sofortprogramm zur Bekämpfung des Klimawandels beschließen. Kein Abschlussdokument ist besser als ein schlechtes", sagt Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer des BUND. Ein mit Allgemeinplätzen versehenes Dokument über die Notwendigkeit von mehr Klimaschutz nütze niemandem. Dringend erforderlich sei eine grundlegend andere Energiepolitik. Diese werde blockiert, wenn Atomkraftwerke als Klimaschutzoption angepriesen würden. Das Ziel, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, dürfe die G8 nicht aufgeben. Es sei nur zu erreichen, wenn mindestens die Halbierung des weltweiten CO2-Ausstoßes bis 2050 vereinbart werde. Timm: "Die G8 muss jetzt die Weichen stellen, damit auf der Weltklimakonferenz im Dezember in Bali ein klares Mandat für Verhandlungen zu einem Kyoto-Nachfolgeabkommen verabschiedet werden kann." Dringend erforderlich sei auch mehr Unterstützung für die ärmeren Staaten bei der notwendigen Anpassung an den Klimawandel. Die Industriestaaten seien für 80 Prozent der Treibhausgase verantwortlich, die Folgen des Klimawandels träfen jedoch die armen Regionen der Welt am meisten. Die wenig entwickelten Länder müssten in die Lage versetzt werden, Energie effizient und umweltfreundlich zu erzeugen. Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse außerdem dafür sorgen, dass Deutschland beim Klimaschutz international eine Vorbildrolle spiele. Das Blockieren von EU-Verbrauchsgrenzwerten für Pkw und Pläne für den Bau neuer Kohlekraftwerke widerspreche dem. Timm: "Ein Deutscher pumpt pro Jahr durchschnittlich zehn Tonnen CO2 in die Atmosphäre, ein Afrikaner lediglich eine Tonne. Extreme Dürren in der Sahel-Zone, die Ausbreitung von Wüsten in China, der auftauende sibirische Permafrostboden, Erdrutsche in Südamerika oder Überschwemmungen in Südostasien sind Folgen der Klimaerwärmung in armen Regionen. Der Klimawandel hinterlässt dort die tiefsten Spuren, wo die Menschen sich am wenigsten schützen können. Weil die Industrieländer auch auf Kosten der armen Länder leben, stehen sie in der Pflicht, ihre Klimaschulden zu begleichen und den anderen bei deren Entwicklung zu helfen." Weitere Informationen im Internet unter www.bund.net/klimaschutz Pressekontakt: Antje von Broock, BUND-Expertin für internationale Klimapolitik, Tel. 030-27586-468, Mobil: 0173-6071601 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Mobil in Heiligendamm: 0171-8311051, Tel. 030-27586-425, Fax: -449; E-Mail: presse@bund.net www.bund.net Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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