Atomausstieg beschleunigen - Trittin muss über Terrorgefahren informieren
Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) forderte, wegen der anhaltendenden Terrorgefahr unverzüglich
aus der Atomenergie auszusteigen. Das Thema gehöre auch auf die
Tagesordnung des Energiegipfels in der kommenden Woche, zu dem die
Bundesregierung die Vorstandschefs der großen Stromkonzerne
eingeladen habe. Bundeskanzler Schröder und Umweltminister Trittin
seien zudem verpflichtet, die Öffentlichkeit über die Gefährdung der
Atomkraftwerke durch Terrorangriffe aufzuklären.
Nach dem Anschlag auf das World-Trade-Center am 11. September 2001
in New York habe die Gesellschaft für Reaktorsicherheit im Auftrag
der Bundesregierung umfangreiche Untersuchungen über die Gefährdung
deutscher Atomanlagen durchgeführt. Die Ergebnisse seien Anfang 2003
an die Bundesländer übergeben worden. Bisher habe dies jedoch zu
keinerlei Konsequenzen geführt. Renate Backhaus, Atomexpertin im
BUND-Bundesvorstand: "Keines der Atomkraftwerke ist gegen den Absturz
eines Verkehrsflugzeuges gesichert. Dem widerspricht selbst das
Bundesumweltministerium nicht. Auch die möglichen Folgen eines
Anschlags, die weite Teile Deutschlands über Jahrzehnte unbewohnbar
machen würden, werden nicht angezweifelt. Es ist völlig inakzeptabel,
dass die Bevölkerung trotzdem in trügerischer Sicherheit gewiegt
wird. Umweltminister Trittin muss darüber informieren, welch
verheerende Folgen terroristische Anschläge auf Atomanlagen haben
können." Die Vorschläge von Managern der Atomindustrie im Gefahrfall
Atomkraftwerke einzunebeln, seien absurde Täuschungsmanöver.
Terroranschläge mit Flugzeugen könnten auf diese Weise nicht
verhindert werden.
Backhaus: "Flugzeuge fliegen auch im Nebel. Radar und
Navigationssysteme lassen sich so nicht ausschalten. Derartige
Vorschläge sind nur Nebelkerzen der Atomkraftwerksbetreiber, um die
Bevölkerung über die tatsächlichen Risiken zu täuschen."
Die Bundesregierung müsse auch gegenüber der CDU/CSU und der FDP
deutlich machen, dass unter anderem die Terrorgefahren dagegen
sprechen, den Atomkonsens wieder aufzuweichen. Stattdessen sei ein
wesentlich rascherer Ausstieg aus der risikoreichen Atomenergie
nötig.
ots Originaltext: BUND
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Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand
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