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BUND zum Tag der Parke: Stärkere Unterstützung für Großschutzgebiete gefordert

    Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) hat anlässlich des heutigen Europäischen Tags der Parke die
Bundesregierung aufgefordert, mehr Verantwortung für das Naturerbe zu
übernehmen. Die Bundesregierung solle sich stärker für das Ansehen
und den Schutz naturbelassener Gebiete engagieren, zusätzliche Mittel
für den Bildungsauftrag der Großschutzgebiete bereitstellen und den
grenzüberschreitenden Naturschutz ausbauen.
    
    Dr. Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende: "Naturparke,
Biosphärenreservate und Nationalparke sind ein unersetzliches
Refugium - für bedrohte Pflanzen und Tiere genauso wie für
erholungssuchende Menschen. Diese Gebiete können Modellregionen für
eine nachhaltige Entwicklung sein. Leider gehört Deutschland mit nur
0,5 Prozent Nationalparkanteil zu den Schlusslichtern in Europa. In
den Großschutzgebieten fehlt es außerdem an Informationszentren und
qualifiziertem Personal. Die 'Ranger' in amerikanischen Nationalparks
genießen hohes Ansehen, unsere 'Naturwacht' aber führt aus Geldmangel
ein Schattendasein. Dabei sind sie nicht nur Wächter der
Schutzbestimmungen, sondern vor allem auch Ansprechpartner für
Besucher."
    
    In Deutschland müsse es mehr Gebiete geben, in denen die Natur
sich selbst überlassen bleibe. Dies könne durch die Schaffung neuer
Nationalparke und im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes
Natura 2000 geschehen. In Biosphärenreservaten, in Naturparken und in
Naturschutzgebieten sei es möglich, "wilde" Kernzonen auszuweisen.
Das neue Bundesnaturschutzgesetz hätte die Chancen für eine solche
Entwicklung deutlich verbessert. Unter dem Motto "Wildnis in
Deutschland" verfolgt der BUND das Ziel, den Anteil naturbelassener
Flächen auf rund fünf Prozent des Bundesgebietes zu steigern.
    
    Die zentrale Festveranstaltung zum Europäischer Tag der Parke wird
heute in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz mit einer historischen
Raddampferfahrt auf der Elbe zwischen Pirna und Decin begangen.
Eingeladen haben EUROPARC Deutschland, die Dachorganisation von über
40 deutschen Schutzgebieten, und EUROPARC Tschechien - beides
Sektionen der europäischen Föderation der Natur- und Nationalparke.
Unter dem Motto "Lebensband Elbe - grenzenlose Vielfalt" wird auf den
grenzüberschreitenden Schutz von Natur- und Kulturlandschaften
aufmerksam gemacht. Ein Ziel, das auch bei der engen Zusammenarbeit
zwischen den angrenzenden Nationalparken Sächsische Schweiz und Ceske
Svycarsko verfolgt wird. Zahrnt: "Naturschutz darf nicht an Länder-
oder Staatsgrenzen halt machen. Flussbaumaßnahmen am deutschen Teil
der Elbe oder der geplante Bau von Staustufen auf tschechischer Seite
sind äußerst kritisch zu sehen, denn sie könnten die Dynamik des
Flusses entscheidend gefährden."
    
ots Originaltext: BUND
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