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BUND-Studie belegt Trend zur Massentierhaltung
Weiterführung der Agrarwende angemahnt

Berlin (ots) - Die deutsche Landwirtschaft setzt trotz proklamierter Agrarwende weiter auf die Massentierhaltung. Das belegt eine aktuelle Untersuchung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in acht Bundesländern, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Danach liegen vor allem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen zahlenmäßig große Planungen zur Massentierhaltung vor. Dr. Andreas Gnekow-Metz von "Eos - Büro zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung", der die Studie erarbeitet hat: "Wir haben jene Bundesländer untersucht, die auch schon in der Vergangenheit die hot spots der Massentierhaltung waren. Fazit: Der Trend zu Agrarfabriken ist ungebrochen. Die größten Zuwachsraten gibt es bei Mastanlagen für Enten, Hähnchen und Puten. Bei Schweinen und Legehennen gibt es ebenfalls Zuwächse. Eine Abkehr vom Leitbild der industriellen Tierhaltung ist nicht erkennbar." Die beantragten Tierplätze bei Masthähnchen beziehen sich in den untersuchten acht Bundesländern zu 99 Prozent und bei Enten zu 80 Prozent auf Anlagen mit mehr als 30000 Tieren, bei Legehennen zu 92 Prozent und bei Puten zu 61 Prozent auf Anlagen über 15000 Tiere, bei Schweinen zu 57 Prozent auf Großstallungen ab 750 Tiere aufwärts. BUND-Agrarexpertin Heike Moldenhauer: "Die Risiken und Nebenwirkungen des massiven Ausbaus der Tierhaltung in Deutschland sind bekannt. Die Tiere werden auf engstem Raum unter unwürdigen Bedingungen gehalten und mit Antibiotikazusätzen gefüttert. Die Gülle belastet das Grundwasser, Gewässer kippen um, giftige Emissionen schädigen Mensch und Umwelt. Für diese Probleme gibt es Lösungen, die außerdem Arbeitsplätze schaffen: Der Ökolandbau muss ausgeweitet und die industrielle Tierhaltung verringert werden. Statt weniger zentralisierter Tierproduktionsfabriken brauchen wir viele kleinere Bauernhöfe, die nach ökologischen Grundsätzen arbeiten. Die bisherige Agrarwendepolitik der Bundesregierung steckt nach wie vor in den Anfängen." Dr. Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende: "Wir fordern Agrarministerin Künast auf, es nicht bei ersten Schritten wie dem Verbot der Käfighaltung für Legehennen zu belassen. Neue Regeln für die Tierhaltung brauchen wir dringend auch für Schweine und Geflügel. Bei den Genehmigungs- und Subventionsanträgen für Stallbauten muss die artgerechte Tierhaltung stärker als bisher berücksichtigt werden. Die Privilegierung von Großstallbauten in den Außenbereichen der Kommunen muss ein Ende haben. Ohne diese Maßnahmen versandet die viel beschworene Agrarwende bevor sie richtig begonnen hat." ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen: BUND-Pressestelle, Rüdiger Rosenthal, Tel. 030-27586-425 / -489, Fax: -449, mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net; Archiv unter www.bund.net/archiv Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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