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VCD, BUND und Umweltbundesamt fordern besseren Lärmschutz

    Berlin (ots) -     Gemeinsame Pressemitteilung zum internationalen Tag gegen Lärm

    Anlässlich des morgigen internationalen Tags gegen
Lärm fordern der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Bund für Umwelt
und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Umweltbundesamt (UBA)
besseren Lärmschutz. Noch immer mangele es an Aufklärung über die
Folgen von Lärmbelastungen sowie an Maßnahmen zur Lärmbekämpfung.
Dabei sei für viele Menschen in Deutschland Lärm inzwischen das
Umweltproblem Nummer eins.
    
    Besonders in den Städten gehörten gesundheitsschädliche
Dauerschallpegel von über 70 Dezibel zum lauten Alltag. Dies belegten
Probemessungen, die VCD, BUND und Umweltbundesamt heute an einer
Berliner Straßenkreuzung vornahmen.
    
    Dr. Axel Friedrich, Abteilungsleiter Verkehr und Lärm im
Umweltbundesamt: "Menschen, die an Straßen mit einem mittleren
Lärmpegel von 65 Dezibel und mehr wohnen, haben ein 20 Prozent
höheres Herzinfarktrisiko als Menschen, die in Ruhe leben. Lärm
schädigt außerdem das Hörorgan, verringert das Lernvermögen und stört
die Konzentration. Das gilt ganz besonders für Kinder. Insgesamt
leiden in Deutschland rund 12 Millionen Menschen an den Folgen dieser
hohen Lärmbelastung." Lärm hat nach Auffassung der Umweltschützer
vielfältige Ursachen, so dass nur ein ganzes Bündel von
Gegenmaßnahmen die Gefahr eindämmen kann.
    
    Thomas Schaller, VCD-Bundesvorsitzender: "Um dem Verkehrslärm Herr
zu werden, brauchen wir in den Städten eine weitgehende Beschränkung
auf Tempo 30 und ein generelles Nachtfahrverbot für LKW. Auf
Autobahnen können Tempolimits in Siedlungsnähe von maximal 100 km/h
für PKW und 60 km/h für LKW den Lärm deutlich mindern. Die
Lärmsanierung bestehender Schienenstrecken muss vorangetrieben und
Lärmgrenzwerte für Schienenfahrzeuge eingeführt werden. Auch für
Motorräder fehlen wirksame Lärmgrenzwerte. Und wir warten immer noch
vergeblich auf die versprochene Novelle des Fluglärmgesetzes!"
    
    Nicht nur beim Flugverkehr ist nach Ansicht von BUND, VCD und
Umweltbundesamt die derzeitige Rechtslage absolut unbefriedigend. Für
bereits bestehende Straßen oder Bahnlinien gebe es beispielsweise
keine Vorschrift, nachträglich Lärmschutzmaßnahmen zu ergreifen. Das
gelte bisher nur für den Neu- oder Ausbau von Verkehrswegen. Dr.
Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Bisher gibt es keinen
ausreichenden Schutz vor der Umweltplage Lärm. Das im Grundgesetz
verankerte Recht auf körperliche Unversehrtheit muss aber
Konsequenzen haben. Wir fordern ein neues Lärmschutzgesetz, damit
Betroffene sich besser wehren können. Nur dann können verlärmte
Gebiete beruhigt und lärmarme Zonen vor den negativen Folgen der
weiteren Zersiedlung und des Straßen- und Flughafenausbaus bewahrt
werden." VCD und BUND setzen sich mit Unterstützung von
Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt in speziellen Projekten
für die konkrete Lärmbekämpfung vor Ort und auf gesetzlicher Ebene
ein.
    
    
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