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Kein Geld zum Fenster raus! BUND fordert Transrapid-Milliarden für Verkehrswende

    Berlin (ots) - Minus 2,3 Milliarden Euro - diese Summe neu
gedrucktes "Transrapid-Geld" werfen Kurt-Bodewig- und
Hans-Eichel-Darsteller heute vor dem Bundesverkehrsministerium in
Berlin aus einem Fenster hinaus. "Kein Geld zum Fenster raus!
Transrapid-Milliarden für die Schiene!" verlangen BUND-Aktive auf
einem Transparent. Die Aktion soll die Forderung des Bund für Umwelt
und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstreichen, die vom
Bundesverkehrsminister vorgesehenen 2,3 Milliarden Euro für den
Transrapid stattdessen in den Schienenverkehr zu investieren.
    
    BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm: "Die Bundesregierung
scheint auch in Sachen Transrapid finster entschlossen,
Milliardenbeträge auf Basis geschönter Zahlen zum Fenster hinaus zu
werfen. In Nordrhein-Westfalen hat sie keine optimierte
ICE-Alternative zum Transrapid prüfen lassen und in Bayern lehnen die
Kommunalpolitiker das Projekt als nicht finanzierbar ab. Jetzt ist
der Bundestag gefragt. Er muss eine seriöse und unabhängige
Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der Projekte einfordern."
    
    Der BUND kritisiert, dass für die Planung beider
Transrapidstrecken unrealistische Zahlen zu Grunde gelegt wurden. Das
errechnete Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,5 zu 1 für den Transrapid
sei wegen niedrig gehaltener Geschwindigkeiten parallel fahrender
ICE- Züge zu optimistisch angesetzt. Rechne man mit verbesserten
ICE-Anbindungen, ergebe sich lediglich ein Nutzen-Kosten-Verhältnis
kleiner als 1. Eine Bauwürdigkeit für derartige Projekte sei aber
erst ab einem Verhältnis größer 3 üblich. Beide Projekte seien
deshalb nicht wirtschaftlich. Der BUND verlangt stattdessen den
Einsatz der Investitionsmittel für den Ausbau der
Schienenverbindungen.
    
    Der Transrapid könne dort eingesetzt werden, wo er echte Vorteile
bringe: Bei mittleren und großen Entfernungen ohne konkurrierende
Bahnverbindungen. Dies sei in Deutschland aber nirgends der Fall. Bei
kurzen Strecken, wie sie für Nordrhein-Westfalen und Bayern geplant
würden, lohne ein Transrapid nicht. Sowohl in Bayern als auch in
Nordrhein-Westfalen unterstützt der BUND preisgünstigere und
ökologische Alternativen. Die Fahrzeit zwischen Hauptbahnhof und
Flughafen ließe sich in München statt mit dem 1,6 Milliarden teuren
Transrapid auch mit einer lediglich 250 Millionen Euro teuren
Express-S-Bahn halbieren. Mit dem gesparten Geld könnte u.a. das
veraltete Nahverkehrsnetz modernisiert werden. Auch in
Nordrhein-Westfalen brächten schnellere konventieonelle Züge und
höhere Taktdichten erheblich mehr Nutzen als ein Transrapid-Neubau.
    
    
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