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BUND fordert härtere Konsequenzen aus AKW-Pannen
Gefährliche Schlampereien dürfen nicht folgenlos bleiben

    Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) hat von Bundesumweltminister Trittin härtere Konsequenzen aus
den Skandalen bei deutschen Atomkraftwerken gefordert. Die Serie
krimineller Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften in mehreren AKW's
in Baden-Württemberg mache ein schnelles und entschiedeneres
Eingreifen seitens der Bundesregierung nötig. Da es bei Kontrolle und
Überwachung der Atomanlagen jahrelang gefährliche Schlampereien
gegeben habe, müsse den dafür Verantwortlichen die Erlaubnis für den
Betrieb von Atomanlagen gänzlich entzogen werden. Die laut
Atomkonsens vorgesehenen Reststrommengen der Pannenreaktoren dürfen
nach BUND-Auffassung dann nicht auf noch laufende Reaktoren
übertragen werden. Gefährliche Schlampereien dürften sich nicht
lohnen.
    
    Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des
BUND-Bundesvorstands: "Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die
Betreiber von deutschen Atomkraftwerken wegen des unerlaubten
Betreibens von Anlagen. Für die Atommanager drohen bis zu fünf Jahre
Haft - wer aber haftet für die enormen gesundheitlichen Schäden, für
die Toten, für die Verstrahlung ganzer Landstriche, wenn es durch
solche Schlampereien zu einem Störfall kommt? Bedrohungen der
Sicherheit von innen und von außen machen Atomanlagen zu einem
unkalkulierbaren Risiko. Damit muss jetzt Schluss sein, der
Sofortausstieg steht auf der Tagesordnung."
    
    Für den BUND ist die Skandalserie erneut Beleg für die
Notwendigkeit des sofortigen Abschaltens aller AKW's. Die in den
letzten Wochen bekannt gewordenen Nachlässigkeiten bei
sicherheitsrelevanten Kühl-, Druck- und Notsystemen in mehreren
Atomkraftwerken belege zudem erneut die Untauglichkeit des
Atomkonsenses für einen geordneten und schnellen Ausstieg aus der
Atomenergienutzung in Deutschland.
    
    Nach BUND-Auffassung haben nicht nur die Betreiber der AKW's und
die Landesregierung von Baden-Württemberg bei der Atomaufsicht
versagt. Es stelle sich die Frage, warum die Bundesregierung als
oberste atomrechtliche Aufsichtsbehörde die jahrelangen Schlampereien
in Baden-Württemberg nicht bemerkt haben will.
    
    Renate Backhaus: "Aufsichtsbehörden, Kontrollbehörden, Gutachter
und Technischer Überwachungsverein sind offensichtlich zu eng
miteinander verquickt, als dass eine unabhängige Kontrolle der
Atomanlagen möglich wäre. Damit ist der nächste Atomskandal
vorprogrammiert. Umweltminister Trittin muss das geltende Atomrecht
ernst nehmen und den unzuverlässigen Reaktorbetreibern die
Betriebsgenehmigungen entziehen. Nur ein abgeschaltetes Atomkraftwerk
ist ein relativ sicheres Atomkraftwerk."
    
    
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