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BUND: Neue Gen-Richtlinien unakzeptabel
EU-Kommission gefährdet Wahlfreiheit bei Gentechnik

Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die gestern abend in Brüssel vorgelegten Richtlinien der EU-Kommission zur Kennzeichnung und Nachweisbarkeit gentechnisch veränderter Lebensmittel abgelehnt. Die in dem Vorschlag erlaubten "zufälligen" oder "technisch unvermeidbaren" Verunreinigungen von Lebensmitteln, Futtermitteln und Saatgut seien aus Verbrauchersicht unakzeptabel. Eine Toleranzgrenze für Lebensmittel-Verunreinigungen von einem Prozent mit nicht in der EU zugelassenen genmanipulierten Organismen lehnt der BUND ab. BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer: "Mit ihren Plänen missachtet die EU-Kommission die Interessen der europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie gibt dem Druck der Industrie und der USA nach, die als Hauptproduzent gentechnisch veränderter Pflanzen die Gentech-Freiheit ihrer Agrarexporte nicht mehr garantieren will. Dem Verbraucher dürfen gentechnisch verunreinigte Lebensmittel aber nicht aufgezwungen werden. Wer das tut, raubt ihm die Entscheidungsfreiheit, genmanipulierte Lebensmittel abzulehnen." Bisher galt in der EU für Lebensmittel und landwirtschaftliches Saatgut ein absolutes Verbot für Verunreinigungen mit nicht in der EU zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen. Nach der Anfang 2001 verabschiedeten Freisetzungsrichtlinie durfte gentechnisch verändertes Saatgut keine in der EU nicht zugelassenen Bestandteile enthalten. Die sogenannte Novel-Food-Verordnung sah bislang Gleiches für Lebensmittel vor. In den letzten Jahren war es wiederholt zu Verunreinigungen von Saatgut und Lebensmitteln mit in der EU nicht zugelassenem Genmaterial gekommen, was die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU wiederholt belastet hatte. Moldenhauer: "Anstatt diesen Zustand nachträglich zu legitimieren, hätte die EU-Kommission Rückgrat zeigen und die Anbauländer von Genpflanzen auf die Trennung ihrer Ernten und ihrer Produktlinien verpflichten müssen. In Zukunft darf die Industrie unter Produkte wie Saatgut, Lebensmittel und Futtermittel ein Quäntchen Gentech mischen und sie mit der Behauptung, die Kontamination sei unbeabsichtigt oder technisch unvermeidbar gewesen, ungekennzeichnet auf den europäischen Markt bringen. " Sollte der Vorschlag der Kommission die Zustimmung von EU-Parlament und EU-Rat finden, wäre damit das Ende der Gentechnikfreiheit in der EU endgültig besiegelt, befürchtet der BUND. Unverständlich sei auch, dass der Grenzwert bei 1 Prozent angesetzt wurde. Da sich die Nachweisbarkeitsgrenze für gentechnische Kontaminationen inzwischen bei 0,1 Prozent bewege, sei der hohe Grenzwert ein nicht nachvollziehbares Zugeständnis an die Gentechnikindustrie. ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen: Heike Moldenhauer, Gentech-Expertin des BUND: Tel. 030-27586-456, Fax: 030-27586-440 oder BUND-Pressestelle, Rüdiger Rosenthal: Tel. 030-27586-425, Fax: -449, mobil: 0171-8311051; eMail: presse@bund.net, www.bund.net Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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