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BUND, ROBIN WOOD und IPPNW gegen "Garantievertrag" für Atomkraftwerke

    Berlin (ots) - Gemeinsam demonstrieren der Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND), die Internationalen Ärzte für die
Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) und ROBIN WOOD heute am
Bundeskanzleramt gegen den zur Unterzeichnung anstehenden
"Konsensvertrag" zwischen Atomindustrie und Bundesregierung. Auch
wenn die Konsensvereinbarung unter der Überschrift "Atomausstieg"
verkauft wird, ist sie aus Sicht der Umweltverbände lediglich ein
Garantievertrag für die weitere Nutzung der risikoreichen
Atomenergie.
    
    Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des
BUND-Bundesvorstandes: "Durch die Nutzung der Atomenergie sind bis
heute in Deutschland bereits rund 180 000 Kubikmeter radioaktive
Abfälle angefallen. Mit der im sogenannten Atomkonsens vereinbarten
Gesamtlaufzeit werden die deutschen Atomkraftwerke noch einmal fast
genauso viel strahlenden Abfall produzieren. Abfall, der über
Millionen von Jahren sicher von der Biosphäre ferngehalten werden
muss, damit die Strahlung kein Leben gefährdet. Und ein Endlager, das
den Strahlenmüll über den notwendigen Zeitraum sicher von der
Biosphäre abschneidet, existiert nicht. Wer nicht entsorgen kann,
muss jetzt abschalten - und dieser Atomkonsens verhindert genau das."
    
    Jürgen Sattari, Vorstandssprecher von ROBIN WOOD: "Mit der
Unterschrift unter die Vereinbarung wird eine noch zu produzierende
Atomstrommenge von mehr als 2 600 Terrawattstunden vereinbart. Auch
Atomkraftbefürworter schätzen, dass diese Strommenge Laufzeiten von
mindestens 34 bis 35 Betriebsjahren ergibt. Damit ist frühestens 2023
mit dem Abschalten des letzten deutschen Atomkraftwerks zu rechnen.
Diese langen Betriebslaufzeiten erhöhen das Risiko eines verheerenden
Atomunfalls und blockieren den Umstieg auf eine ökologische
Energiewende."
    
    Ellis Huber, Vorstandmitglied der IPPNW: "Das im Atomkonsens
enthaltene Datum des 1. Juli 2005 bezeichnet lediglich das Ende der
Lieferung von Strahlenmüll ins Ausland zur Wiederaufarbeitung. Die
Wiederaufarbeitung in Sellafield und La Hague - und damit die weitere
radioaktive Verseuchung von Nordsee und Atlantik - wird auch danach
auf unbestimmte Zeit weitergehen. Diese Tatsache entspricht nicht der
vom deutschen Atomgesetz geforderten schadlosen Verwertung des
Atommülls. Gleichzeitig wird durch die sogenannte Wiederaufarbeitung
die Menge des Atommülls um das 15fache vergrößert. So wächst der
Atommüllberg weiter an und die laut Atomgesetz vorgeschriebene
schadlose Entsorgung wird auf Kosten der Umwelt und der Bevölkerung
nur vorgetäuscht."
    
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