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BUND an Kanzler Schröder: Präzedenzfall Genmais-Zulassung unterläuft Agrarwende!

    Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) hat Bundeskanzler Gerhard Schröder heute aufgefordert, sein
Veto gegen die erstmalige Zulassung von genmanipuliertem Mais in
Deutschland einzulegen. Wenn das Bundessortenamt in Hannover dieser
Tage der Kleinwanzlebener Saatzucht (KWS Saat-AG) eine solche
Zulassung erteile, würde ein Präzedenzfall geschaffen, der die von
der Bundesregierung propagierte Agrarwende entscheidend unterlaufe.
Die mögliche Verunreinigung benachbarter Felder durch Gentech-Mais
bedrohe die ökologische Landwirtschaft, die laut EU-Bioverordnung zu
gentechnikfreier Produktion verpflichtet sei. Schröder müsse ein
klares Signal für die Neuausrichtung der Agrarpolitik setzen und dem
Beispiel Österreichs folgen, das bereits ein Anbau- und Importverbot
für den herbizidresistenten Mais mit der Bezeichnung "T 25" erlassen
hat, forderte die BUND-Bundesvorsitzende Angelika Zahrnt in ihrem
Schreiben an Gerhard Schröder.
    
    Zahrnt an Schröder weiter: "Für den BUND stellt sich in dieser
Situation die Frage, wessen Interessen Sie höher bewerten: Die der
Unternehmen der Grünen Gentechnik, die vor dem Dilemma stehen, mit
ihren gentechnisch veränderten Pflanzen ein Angebot geschaffen zu
haben, für das es keinerlei Nachfrage gibt oder aber die Interessen
der VerbraucherInnen, die in ihrer Mehrheit Gentechnik in
Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion aus guten Gründen strikt
ablehnen." Da die revidierte EU-Freisetzungsrichtlinie 2001/18 noch
nicht in nationales Recht umgesetzt sei, würde der Anbau von "T 25"
nach BUND-Ansicht zudem ohne ein entsprechendes Monitoring
stattfinden, so dass möglicherweise auftretende negative Einflüsse
auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen unentdeckt bleiben
könnten. Der BUND erinnerte Gerhard Schröder an seine Absage von
Gesprächen mit führenden Gentech-Unternehmen im Januar. Unter dem
Eindruck der BSE-Krise war damals ein geplantes 3-jähriges
Forschungsprogramm der Bundesregierung zu den Umweltauswirkungen des
großflächigen Praxisanbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen auf
Eis gelegt worden, um die angekündigte Agrarwende nicht zu gefährden.
Schröder müsse mit dieser Agrarwende jetzt Ernst machen und das
Anbauverbot für den Mais "T 25" nach Artikel 16 der
EU-Freisetzungsrichtlinie verhängen.
    
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