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Lärm macht krank
BUND fordert Ruheschutz-Gesetz

    Berlin (ots) - Lärm macht krank. Er schädigt das Hörorgan und begünstigt Herz-Kreislauf-Krankheiten. So bezifferten Herzspezialisten für das Jahr 1998 die Zahl der durch Straßenlärm verursachten Herzinfarkte auf mindestens 10.000. Bei Kindern führt Lärm vor allem zu Störungen der Konzentrationsfähigkeit und des Lernvermögens. Nach Ansicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bewertet das geltende Recht die Gefahren des Lärms nicht angemessen. Der BUND fordert deshalb ein Gesetz zum Schutz der Ruhe. Nur so könne die zunehmende Lärmbelastung in unserem Lebensraum gestoppt werden.          Dr. Lothar Wendel, Sprecher des BUND-Arbeitskreises für Gesundheit: "Die Gefahren durch Lärm müssen öffentlich diskutiert und nach neustem wissenschaftlichen Kenntnisstand bewertet werden. Die bestehenden Grenzwerte und verharmlosende Messmethoden führen bisher zu einer steten Unterbewertung der Lärmrisiken. Als Mindeststandard müssen deshalb umgehend die Empfehlungen des Rates der Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) umgesetzt werden. Ökonomische Gesichtspunkte dürfen die überfällige Neubewertung der Lärmgefahren nicht länger verhindern."          Nach Ansicht des BUND muss das im Grundgesetz verankerte Recht auf körperliche Unversehrtheit auch im Falle des Lärms konsequent gelten. Um die Gesundheit zu schützen, seien zusätzliche gesetzgeberische Maßnahmen notwendig.          Wendel: "Wir brauchen ein Gesetz zum Schutz der Ruhe, damit nicht auch noch die letzten lärmarmen Zonen durch Landschaftszersiedlung, neue Verkehrsprojekte oder Flughafenausbau zerstört werden. Bereits jetzt fühlen sich rund 70 Prozent der Deutschen durch Straßenlärm und etwa 50 Prozent durch Fluglärm belästigt. Der BUND fordert die politisch und parlamentarisch Verantwortlichen deshalb zu einer entsprechenden Gesetzesinitiative auf."          Aus Sicht des BUND erfordert das Recht auf Ruhe in der Praxis vielfältige Maßnahmen wie Tempo-30-Zonen, Verkehrsbeschränkungen oder Nachtflugverbote. Aktuell sei die Bundesregierung gefordert, sich aus Ruheschutzgründen in der EU für den Erhalt des Sonntagsfahrverbotes für Lastwagen einzusetzen. Darüber hinaus könne eine bessere ärztliche Erfassung lärmverursachter Krankheiten und frühzeitige medizinische Aufklärung helfen, ein Bewusstsein für Ruhe als Garant von Lebens-, Wohn- und Arbeitsqualität zu schaffen.     

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Tel: 0611-3417825, mobil: 0175-2402965, Prof. Dr. Gerald Fleischer,
Hörforschung Uni Gießen, Tel: 0641-9947180. Weitere Infos unter
www.tag-gegen-laerm.de. Ein Hintergrundpapier gibt es bei der
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