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Gemeinsamer Protestaufruf von Umweltverbänden gegen Atomtransporte

Lüchow-Dannenberg (ots) - Die Vorstände der fünf großen deutschen Umweltverbände BBU, BUND, DNR, Greenpeace und NABU haben heute in Lüchow-Dannenberg zu entschlossenem, gewaltfreien Protest gegen die bevorstehenden Atomtransporte aufgerufen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz direkt vor dem Castor-Verladekran kritisierten sie, dass der für Ende März geplante Atomtransport von Frankreich nach Gorleben Auslöser für eine Lawine neuer Atommüllfahrten aus Deutschland zu den Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich und England sei. Die Bundesregierung begründe den bevorstehenden Gorleben-Transport mit ihrer `nationalen Verantwortung` für den deutschen Atommüll. Wer dies ernst meine - so die Umweltverbände - müsse dieser gefährlichen Energienutzung endlich ein wirkliches Ende setzen und dürfe ab sofort keine Strahlenabfälle mehr ins Ausland transportieren. Allein in diesem Jahr sollen weitere 25 Atombehälter aus deutschen Kraftwerken zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich gebracht werden. In den kommenden Wochen wollen die Atomkraftwerksbetreiber auch den Transport abgebrannter Brennelemente in die englische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield erneut aufnehmen. Insgesamt sollen bis 2005 noch rund zweitausend Tonnen hochradioaktiver Atommüll zur Wiederaufarbeitung ins Ausland gehen. Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens: "Der anstehende Castortransport nach Gorleben soll den Weg frei machen für viele weitere Atomüllfuhren nach La Hague und Sellafield. Die dort lebenden Menschen werden durch die ständigen radioaktiven Einleitungen verstrahlt. Der bei der Wiederaufarbeitung produzierte Strahlenmüll rollt dann später zurück nach Deutschland. Niemand weiß, ob Transport und Lagerung der Castorbehälter wirklich sicher sind. Den möglichen Schaden und das Risiko tragen die Menschen und die Umwelt." Wolfgang Guhle, Sprecher des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU): "Der aus Sicht der Umweltbewegung viel zu lange dauernde Atomausstieg steht bisher nur auf dem Papier. Die Verträge sind von Bundesregierung und Energiewirtschaft noch nicht einmal ratifiziert, das Atomgesetz bisher nicht novelliert worden. Auf internationaler Ebene beteiligt sich die deutsche Atomwirtschaft unverdrossen am Ausbau der Atomtechnologie. Die Urananreicherungsanlage Gronau wird gegenwärtig zur Drehscheibe weltweiter Urananreicherung ausgebaut. Äußerungen aus der Atomwirtschaft zeigen, dass diese hofft, bei einem Regierungswechsel 2002 die zarten Ansätze eines Atomausstiegs rückgängig machen zu können. Daher gibt es allen Grund die Protestaktionen gegen die Castortransporte zu nutzen, um die tatsächliche Umsetzung eines Atomausstieges einzufordern. Die Tatsache, dass in der anvisierten Restlaufzeit der deutschen Atomkraftwerke noch einmal soviel Strahlenabfall produziert wird wie in der bisherigen Gesamtbetriebszeit, verdeutlicht außerdem, dass die von der Politik vielbeschworene `nationale Verantwortung` für Atommüll nur eine Schimäre ist." Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende: "Der die Castortransporte deckende Atomkonsens soll einen ungestörten Weiterbetrieb der Atomkraftwerke garantieren. Weder ist das Atommüllproblem gelöst, noch sind Castortransporte unter Rot-Grün sicherer als zuvor. Und sie fahren wie immer durch dicht besiedelte Gebiete. An einigen Stellen an der Transportstrecke liegen zwischen hochradioaktiven Brennstäben und den Wohnungen von Menschen nur wenige Meter Abstand. Ein jederzeit möglicher Unfall hätte katastrophale Folgen." Jochen Flasbarth, Präsident des Naturschutzbundes NABU: "Auch diese Bundesregierung hat kein geeignetes Konzept zur Entsorgung des Strahlenabfalls. Und dennoch hält der Bundesumweltminister Proteste gegen die Castortransporte für falsch. Einige Mitglieder der Bundesregierung haben selbst vor nicht allzu langer Zeit noch gegen Castorzüge protestiert. Die Atomkraftwerksbetreiber mit Demonstrationen zu einem schnelleren Atomausstieg zu drängen, bleibt nach wie vor richtig." Hubert Weinzierl, Präsident des Deutschen Naturschutzringes (DNR): "Wir unterstützen die Bürgerinitiativen auch hier im Wendland bei ihrem berechtigten Protest dagegen, dass die Folgen der verfehlten Atompolitik auf einige wenige Standorte abgewälzt werden sollen. Niemand darf den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass es andere treffen wird. Die Lasten aus den radioaktiven Altlasten der Atomenergie müssen von allen Bundesländern getragen werden. Bund und Länder müssen ein akzeptables Konzept für den schnellen Atomausstieg und zur Lagerung des Atommülls erarbeiten." Die fünf Umweltverbände rufen dazu auf, sich weiterhin an friedlichen und gewaltfreien Demonstrationen und Protesten gegen Atomtransporte zu beteiligen. ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Achtung Redaktionen, Rückfragen bitte bei: BUND Tel: 030-27586-425, BBU Tel. 040-229 86 13 bzw. 0228-214032, Greenpeace Tel. 0171-8780837, NABU Tel. 0228- 4036-140, DNR Tel. 0228-359005. Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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