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Landwirtschaftsminister sollen EU-Agrarreformen vorantreiben - BUND gibt Unterstützung beim "Bohren dicker Bretter"

Potsdam/Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert Landwirtschaftsministerin Renate Künast und die Agrarminister der Bundesländer auf, während ihrer heute in Potsdam stattfindenden Konferenz eine "konzertierte Aktion zur EU-Agrarreform" zu beschließen. Nur wenn alle für Landwirtschaft und Verbraucherschutz zuständigen Minister gleichzeitig ihren Einfluss auf den EU-Agrarrat geltend machen würden, seien die notwendigen Änderungen in der europäischen Landwirtschaftspolitik überhaupt durchzusetzen, sagte BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm. Deutschland müsse Vorreiter bei der Umstrukturierung des europäischen Agrarsektors werden. Kernpunkt einer solchen Reform sei die Bindung aller Agrarsubventionen an die Kriterien ökologische Produktion und artgerechte Tierhaltung. Timm: "Die für 2002 geplante Neufassung des EU-Landwirtschaftsprogramms Agenda 2000 muss angesichts der BSE-Krise vorgezogen werden. Dazu gehören die schnelle Durchsetzung von Umweltkriterien in der konventionellen Landwirtschaft, eine verstärkte Förderung des Ökolandbaus und die `gläserne Produktion` mit strikten und einfachen Kennzeichnungssystemen bei Lebensmitteln und Futterzusätzen." Der BUND verlangt eine europaweit einheitliche Deklarierung von Zusatzstoffen im Tierfutter, eine Positivliste für erlaubte Futterbeimischungen und das sofortige Verbot aller Antibiotika zur Leistungssteigerung bei Tieren. Timm: "Agrarpolitik in der EU ist ein Bohren dicker Bretter. Das hat Frau Künast nach der letzten EU-Agrarratssitzung im Januar sehr richtig festgestellt. Leider wurde sie bei vielen Vorschlägen für eine artgerechte Landwirtschaft ausgebremst. Ein dickes Brett und einen scharfen Bohrer haben wir ihr mitgebracht, um zu zeigen, dass sie sich der Unterstützung der Umweltverbände für eine Agrarwende sicher sein kann." Der BUND fordert die Agrarminister von Bund und Ländern auf, eine Begrenzung der Tierhaltung auf maximal zwei Großvieheinheiten pro Hektar durchzusetzen. Die Verfütterung von Tiermehl und der Einsatz von Milchaustauschern bei der Kälberfütterung muss europaweit verboten werden. Silomaisprämien müssen durch Grünlandprämien ersetzt, Förderobergrenzen für Agrarbetriebe eingeführt und Subventionen an überprüfbare Umweltleistungen geknüpft werden. ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: BUND-Pressestelle / Rüdiger Rosenthal (0171-8311051), Tel: 030-27586-425/-489, Fax: -449; eMail: presse@bund.net; Pressearchiv im Internet: www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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