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BUND: EU-Agrarrat muss Agenda 2000-Reform vorziehen
Sofortprogramm gegen BSE und für Agrarwende erforderlich

Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert Landwirtschaftsministerin Renate Künast auf, bei der morgen in Brüssel tagenden EU-Agrarministerkonferenz eine schnellere Reform der europäischen Landwirtschaftspolitik durchzusetzen. Deutschland müsse seine bisherige Bremserrolle im Verbraucherschutz aufgeben und Vorreiter bei der Umstrukturierung des europäischen Agrarsektors werden. Die für 2002 geplante Neufassung des EU-Landwirtschaftsprogramms "Agenda 2000" sollte nach BUND-Auffassung angesichts der BSE-Krise vorgezogen werden. Kernpunkte einer solchen Reform müssten die Durchsetzung von Umweltkriterien in der konventionellen Landwirtschaft, eine verstärkte Förderung des Ökolandbaus und die 'gläserne Produktion' mit durchgehender und einfacher Kennzeichnung aller Futtermittel und Lebensmittel sein. Dr. Angelika Zahrnt: "Frau Künast muss die BSE-Krise jetzt nutzen, um die europaweite Deklarierung aller Zusatzstoffe im Tierfutter zu erreichen. Notwendig ist zudem eine Positivliste für erlaubte Futterbeimischungen und das Verbot von Antibiotika zur Leistungssteigerung von Tieren. Der Verbraucher hat ein Recht darauf zu erfahren, was in den Nahrungsmitteln drin ist, die er kauft, und wie sie hergestellt wurden. Kein europäisches Land darf sich besseren Standards zum Schutz der Verbraucher verweigern." Ein Umbau der Landwirtschaft nütze nach Auffassung der BUND-Chefin sowohl den Tieren als auch den Konsumenten. Deutschland habe im Ökolandbau im Vergleich zu anderen EU-Ländern einen immensen Nachholbedarf. Zur Umstellung auf eine artgerechte und umweltfreundliche Landwirtschaft gehöre eine Tierhaltung von maximal zwei Großvieheinheiten pro Hektar, das zeitlich unbegrenzte europaweite Verbot der Verfütterung von Tiermehl, das Gebot der Selbsterzeugung von Tierfutter und das Verbot sogenannter Milchaustauscher in der Kälberfütterung. Die hohen Silomaisprämien müssten durch Grünlandprämien ersetzt, Fördergrenzen für Agrarbetriebe eingeführt und Subventionen an überprüfbare Umweltleistungen geknüpft werden. Zahrnt: "Deutschland saß mit Agrarminister Funke im Bremserhäuschen, wenn es um eine umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft ging. Die Verbraucherschutzministerin Künast muss in die Lokomotive umsteigen und bei der notwendigen Agrarreform Tempo machen. Auch bei der Schlachtung von BSE betroffener Rinderherden ist dem Schutz der Menschen vor Gesundheitsgefahren Vorrang einzuräumen. Die Forschung muss klären, ob dafür nicht die Schlachtung von Kohorten ausreicht. Massenschlachtungen nur zur Marktentlastung lehnen wir ab." ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: BUND-Pressestelle / Rüdiger Rosenthal (0171-8311051), Tel: 030-27586-425/-489, Fax: -449; eMail: presse@bund.net; Pressearchiv im Internet: www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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