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BUND übergibt Bundesumweltminister Trittin Klima-Depesche für Den Haag
entschlossenes Verhandeln gefordert

    Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) hat heute Bundesumweltminister Jürgen Trittin anlässlich des
Weltklimagipfels von Den Haag eine Klima-Depesche übergeben. Darin
sagen die Umweltschützer dem Minister politische Unterstützung bei
den kommenden Verhandlungen zu.
    
         Bundesumweltminister Trittin erhielt Schlauchboot-Paddel mit
der Aufschrift: "Klima schützen - volle Kraft voraus!". Sie sollen
ihn bestärken, in Den Haag gegen den Strom der Verhinderer von
Klimaschutzmaßnahmen zu rudern, damit nicht wie bei den
Hochwasserkatastrophen in Italien und Großbritannien Schlauchboote zu
alltäglichen Verkehrsmitteln werden. In der BUND-Klima-Depesche für
Den Haag heißt es: "Sehr geehrter Herr Trittin, der Bund für Umwelt
und Naturschutz Deutschland ist wie Sie der Auffassung, dass die
tatsächliche Absenkung des weltweiten CO2-Ausstoßes Maßstab für das
Gelingen oder Scheitern der Verhandlungen ist. Daher unterstützen wir
Sie in Ihren Bemühungen um einen Erfolg der Verhandlungen. Wir
begrüßen Ihre Ankündigung, in Den Haag konsequent verhandeln zu
wollen und die starke Position Deutschlands zu nutzen, um die
internationale Gemeinschaft beim Klimaschutz voran zu bringen. Wir
werden von unserer Seite alles dafür tun, dass es zu keiner
Verwässerung des Kyoto-Protokolls kommt und sich die Bremserländer
mit ihrer Blockadehaltung nicht durchsetzen."
    
    Der BUND wird gemeinsam mit Umweltschützern aus aller Welt am 18.
November um das Konferenzgebäude in Den Haag einen kilometerlangen
und 1,5 Meter hohen Deich errichten. Er soll die Konferenzteilnehmer
an die dramatischen Folgen des Klimawandels erinnern und sie zu
konsequentem Handeln mahnen.
    
    Der BUND verlangt die drastische Reduzierung der Treibhausgase und
die schnellstmögliche Ratifizierung des Klimaschutz-Protokolls durch
die Industrieländer. Nur so könne die weitere Erwärmung der
Erdatmosphäre gebremst werden. Für Deutschland fordert der BUND bis
2020 die Senkung des Ausstoßes an klimawirksamen Gasen gegenüber 1990
um 40 Prozent. Ein solches Ziel würde sicherstellen, dass die
Bundesrepublik auch nach 2005 in der internationalen Klimapolitik
eine Vorreiterrolle einnimmt. In der Klima-Depesche heißt es
außerdem: "Wir wissen, dass in Den Haag harte Arbeit bevorsteht, denn
einige wichtige Verhandlungspartner stellen sich quer. Vor allem die
USA, Australien, Kanada und Japan wollen ihre Verpflichtungen zum
Klimaschutz umgehen, indem sie zahlreiche Hintertüren des Protokolls
nutzen. Durch den Handel mit Emissionen, das Feilschen um `heiße
Luft`, die Anrechnung von Wäldern und durch Maßnahmen im Ausland
wollen sie Reduktionsverpflichtungen im eigenen Land umgehen.
    
    Der BUND appelliert daher an alle Länder, die die Notwendigkeit
von entschiedenem Klimaschutz erkannt haben, gemeinsam Druck auf
diese Staaten auszuüben. Verhindern Sie außerdem, dass in Den Haag
der unverantwortliche Ausbau der Atomkraft oder das Pflanzen
biologisch schädlicher Monokulturwälder zum `effektiven Klimaschutz`
erklärt werden." Der BUND weist in der Klima-Depesche auf die
besondere Verantwortung Deutschlands für das Erreichen der
Klimaschutzziele hin: "Das von Ihnen, Herr Trittin, auf den Weg
gebrachte und am 18. Oktober im Kabinett verabschiedete
Klimaschutzprogramm für Deutschland bietet dafür richtige Ansätze.
Doch auch bei uns sind weitere Maßnahmen erforderlich, um das
angestrebte Ziel, den CO2-Ausstoß bis zum Jahre 2005 im Vergleich zu
1990 um 25 Prozent zu senken, tatsächlich zu erreichen und über 2005
hinaus eine konsequente Klimaschutzpolitik zu verwirklichen.
Besonders im Verkehrsbereich besteht die Gefahr, dass durch weiteres
Verkehrswachstum CO2-Einsparungen in anderen Bereichen zunichte
gemacht werden. Der BUND appelliert daher an Sie, in Den Haag auf ein
gutes Ergebnis für die Umwelt hinzuarbeiten und das nationale
Klimaschutzprogramm weiterzuentwickeln. Dafür bedarf es eines
langfristigen Ziels, das sicherstellt, dass die Bundesrepublik auch
nach 2005 in der internationalen Klimapolitik eine Vorreiterrolle
einnimmt."
    
ots Originaltext: BUND
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