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BUND: Prognosen des Verkehrsberichts 2000 müssen zu einer Wende in der Verkehrspolitik führen

Berlin (ots) - Eine Fortsetzung der heutigen Verkehrspolitik endet nach Meinung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in der verkehrs- und umweltpolitischen Sackgasse. Dies zeige der heute von Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt vorgelegte Verkehrsbericht 2000. Darin prognostiziert das Bundesverkehrsministerium eine dramatische Zunahme des Güter- und Personenverkehrs auf der Straße. Die berechnete Zunahme des Verkehrs auf der Schiene ändert daran insgesamt nur wenig. Dr. Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer des BUND: "Die erwarteten Verkehrszunahmen für Straßen- und Luftverkehr bis zum Jahr 2015 sind kein Naturgesetz, sondern Ergebnis einer seit Jahrzehnten verfehlten Verkehrspolitik. Wenn wir jetzt keine Trendwende schaffen, bedeutet dies mehr Staus, mehr Lärm, mehr Zerstörung der Landschaft und einen weiteren Anstieg der Klimabelastung durch Verkehr. Bereits heute verursacht der Verkehr externe Kosten in Höhe von 260 Mrd. DM pro Jahr, die von der Gesellschaft getragen werden müssen." Als Antwort auf die Horrorszenarien des Verkehrsberichtes erwartet der BUND die Vorlage eines innovativen Konzeptes, wie Mobilität in der Zukunft aussehen kann. Timm: "Wir brauchen nicht nur eine schonungslose Bestandsaufnahme für die Bahn sondern müssen endlich die Lebenslügen der Verkehrspolitik über Bord werfen. Zum Beispiel die, dass Straßenausbau ein geeignetes Mittel gegen den Verkehrsinfarkt sei." Der BUND fordert Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt auf, jetzt eine offensive gesellschaftliche Debatte über den Verkehr der Zukunft zu starten. Verkehrspolitik müsse zur aktiven Zukunftsgestaltung werden, mit dem Ziel, ein attraktives und umweltfreundliches Mobilitätsangebot für Menschen und Güter zu schaffen. Eine moderne Verkehrspolitik setzt dabei nach Meinung des BUND auf Kreativität und Intelligenz statt auf Asphalt und Beton. Dr. Gerhard Timm: "Wir müssen uns aus der Steinzeit der Verkehrsplanung lösen und endlich anfangen, die Potentiale von Informations- und Kommunikationstechniken zu nutzen. Verkehr muß als Dienstleistungspaket verschiedener Anbieter aufgefasst werden. Individuelle Mobilität bedeutet nicht Auto fahren, sondern bequem, sicher und umweltfreundlich von A nach B zu kommen." Zentrale Weichenstellungen für die Zukunft seien die massive Stärkung der Bahn als Rückgrat einer umweltfreundlichen Mobilität, die Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsmittel und die gezielte Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, des Car-Sharing und aller nicht motorisierten Fortbewegungsarten. Der vorgelegte Verkehrsbericht enthält zwar ein Szenario für eine ökologisch verträglichere Verkehrsplanung mit deutlich geringeren Zuwachsraten im Straßenverkehr. Der Bundesverkehrsminister Klimmt halte dieses Szenario aber als vermeintliche Überforderung der Bürger für ungeeignet. Timm: "Wenn Klimmt meint, mit einer ökologischen Verkehrspolitik die Menschen zu überfordern, unterschätzt er ihre Intelligenz und Kreativität. Oder er versteht nicht, was ökologische Verkehrspolitik bedeutet.". ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Tilmann Heuser, BUND-Verkehrsexperte: Tel. 030-27586-435 (mobil 0177-6671316) oder BUND-Pressestelle, Tel: 030-27586-425/-489, Fax: -449; eMail: presse@bund.net; Pressearchiv im Internet: www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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