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BUND: Energieeinsparverordnung rasch verbessern und verabschieden!
1 Milliarde Mark aus UMTS-Lizenzen für Klimaschutz gefordert

Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die schnelle Verabschiedung einer wirksamen Energiesparverordnung für den Energieverbrauch in Gebäuden gefordert. Die letzten Preisanstiege bei Öl und Gas hätten deutlich gemacht, dass der sparsame Umgang mit Energie nicht nur der Umwelt, sondern auch der Wirtschaft nütze. Da der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser in Deutschland fast 40 % des gesamten Energiebedarfs ausmache, sei in diesem Bereich das Potenzial zur Energieeinsparung besonders hoch. Prof. Klaus Traube, BUND-Energieexperte: "Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften kommen nur voran, wenn Energiesparen in allen Bereichen oberstes Gebot wird. Eine wirksame Energiesparverordnung ist dafür die Voraussetzung. Verhindert wurde sie bisher durch den massiven Widerstand der Stromlobby. Auch der aktuelle Entwurf begünstigt die klima- und umweltschädliche Energieverschwendung durch elektrische Heizung und Warmwasserbereitung." Schon die alte Bundesregierung wollte die Wärmeschutz- und Heizanlagen-Verordnung novellieren, den Heizenergiebedarf bei Neubauten um mindestens 30 % senken und durch Nachrüstungen erhebliche Einsparungen bei Gebäuden erreichen. Erste Eckpunkte für eine entsprechende Energieeinsparverordnung (EnEV) lagen 1997 vor, ein Referentenentwurf im März 1998. Obwohl auch die rot-grüne Bundesregierung die große Bedeutung für den Klimaschutz betont, hat sie die EnEV noch immer nicht verabschiedet. Wichtige Industrie- und Handwerksverbände, der BUND und das Klimabündnis der europäischen Städte hatten bereits bei Vorlage der ersten Eckpunkte gefordert, dass sich die Begrenzung des Energiebedarfs für Heizung und Warmwasser auf den Primärenergieeinsatz beziehen muss. Grund: Die für elektrische Heizung und Warmwasserbereitung in den Kraftwerken eingesetzte Primärenergie ist dreimal höher als die elektrische Energie, die beim Verbraucher ankommt. Hoher Ressourcenverbrauch, Treibhausgase, Luftschadstoffe und Radioaktivität aus Atomkraftwerken sind Ergebnis hoher Energieverluste. Der Primärenergieeinsatz muss deshalb einschneidend reduziert werden. Derzeit arbeiten Staatssekretäre des Wirtschafts-, Bau- und Umweltministeriums an der endgültigen Fassung der EnEV. Der BUND und das Klimabündnis der deutschen Städte fordern, die EnEV gründlich zu verbessern und rasch zu verabschieden. Vor allem das enorme Energiesparpotenzial bei Altbauten wird durch die im EnEV-Entwurf vorgesehenen Standards bei weitem nicht ausgeschöpft, da diese noch auf den Öl- und Gaspreisen vor den jüngsten Preissteigerungen basieren. Das führt z.B. zu mangelnden Standards bei der Fassadendämmung, obwohl mit nur mäßigen zusätzlichen Kosten weit höhere Energieeinsparungen zu erzielen sind. Der BUND schlägt deshalb vor, das Wirtschaftlichkeitsgebot im Energieeinspargesetz neu zu fassen und an Stelle der Forderung nach Amortisation innerhalb der Nutzungsdauer die Forderung nach Abwägung zwischen betriebswirtschaftlichen Zielen und den Zielen des Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutzes zu setzen. Kurzfristig fordern der Bund und das Klimabündnis vor allem die optimale Ausstattung des im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung angekündigten Förderprogramms zur CO2-Minderung bei Gebäuden. Die angekündigte jährliche Fördersumme von 500 Millionen DM reiche nur zur Sanierung von knapp einem Prozent des Wohnungsbestands. Prof. Traube: "Es sollten jährlich mindestens eine Milliarde Mark von den Zinseinsparungen bereit gestellt werden, die aus den Erträgen der Versteigerung der UMTS-Lizenzen anfallen." ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen: Rüdiger Rosenthal BUND-Pressesprecher (0171-8311051) Tel. 030-27586-425, Fax: -449 e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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