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BUND: Todesstreifen als Lebenslinie
Biotope an früherer innerdeutscher Grenze weiter gefährdet

Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert zum 10. Jahrestag der deutschen Einheit Bund und Länder auf, ihre Anstrengungen zum Erhalt des 1400 Kilometer langen Biotop-Systems entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu verstärken. Vor allem durch bundeseigene Flächenverkäufe, aber auch durch landwirtschaftliche Nutzer und durch Verkehrsprojekte ist die als "Grünes Band" bekannt gewordene Biotopkette im früheren Grenzstreifen gefährdet. Dr. Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Ein Grünes Band entlang des ehemaligen Grenzstreifens wäre ein geeignetes Symbol für die überwundene Teilung Deutschlands. Wer immer in Zukunft fragt, wo die Trennlinie zwischen Ost und West verlief, würde sie am grünen Naturschutzgebiet zwischen Ostsee und Thüringer Wald erkennen. Die Grenze würde zum geschichtlichen und ökologischen Denkmal, der Todesstreifen zur Lebenslinie." Das nach dem Fall der Grenze durch DDR-Naturschützer und den BUND initiierte "Grüne Band" im ehemaligen Sperrgebiet zieht sich durch die Länder Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Sachsen, Thüringen und Bayern. Als einziges Bundesland hat Sachsen seinen gesamten Anteil (41 km) am "Grünen Band" unter Schutz gestellt. Mit 763 Kilometern befindet sich der längste Abschnitt in Thüringen. Mit Hilfe umfangreicher Naturschutzmaßnahmen soll der thüringische Abschnitt weitgehend geschützt werden. Auch Bayern will große Teile entlang des "Grünen Bandes" sichern. Hessen plant ebenfalls weitgehende Schutzmaßnahmen. Mit einem Anteil von nahezu 50 Prozent ist die Bundesregierung größter Flächeneigner entlang der ehemaligen Grenze. Der BUND fordert, diese Flächen dem Naturschutz zur Verfügung zu stellen. Die Länder haben bislang knapp ein Fünftel der Biotope als Schutzgebiete ausgewiesen. Das "Grüne Band" verläuft über 1393 Kilometer von der Ostsee bis zu den Mittelgebirgen Nordbayerns. Während der 40jährigen Teilung Deutschlands hat sich in diesen Bereichen eine Kette schützenswerter Biotope entwickelt. Bei nur geringer land- und bauwirtschaftlicher Nutzung wurde das Grenzgebiet zu einem Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen. Hunderte gefährdete Tier- und Pflanzenarten, die auf der "Roten Liste" stehen, finden im "Grünen Band" Platz zum Überleben. Dazu gehören seltene Vögel wie Schwarzstorch, Birkhuhn, Braunkehlchen, Raubwürger und Ziegenmelker. Rund 14 000 Spender unterstützen inzwischen den BUND beim Erwerb von Flächen entlang des "Grünen Bandes". Die bislang eingegangenen Spenden in Höhe von ca. 400 000 DM werden aktuell für Flächenkäufe in Thüringen und Sachsen-Anhalt eingesetzt. ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen: BUND-Projektbüro "Grünes Band"; Dr. Liana Geidezis, Dr. Kai Frobel, Tel. 0911-81878-17 oder Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher / Tel. 0171-8311051, Tel. 030-27586-425, Fax: -449; e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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