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BUND: Bundesrat muss Martini-Vorschlag zu Verpackungen ablehnen und Einwegflut stoppen!

Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat den Bundesrat aufgefordert, in seiner morgigen Sitzung den Vorschlag der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Klaudia Martini, die Mehrweg-Quote für Verpackungen durch eine Füllmenge zu ersetzen, abzulehnen. Die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt will Frau Martini morgen vor dem Bundesratsgebäude in Berlin deshalb eine Riesen-Torte aus ca. 80 Getränkedosen - hergestellt vom Hamburger Recyclinghof "Nutzmüll" - überreichen, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen. Die Menge der für die Torte verwendeten Dosen symbolisiert die höhere Umweltbelastung gegenüber einer einzigen Mehrweg-Flasche. Dr. Angelika Zahrnt: "Wenn der Martini-Vorschlag angenommen wird, kriegen alle Bundesländer ihren Teil vom Einweg-Blechkuchen ab. Die Flut an Einwegverpackungen nimmt weiter zu und die Zukunft der auf Mehrweg setzenden mittelständischen Getränkeindustrie ist bedroht. Mit Umweltschutz und der Sicherung von Arbeitsplätzen hat das nichts zu tun. Frau Martini sollte deshalb ihren Vorschlag zurückziehen." Der BUND befürchtet nach Annahme des rheinland-pfälzischen Vorschlags verheerende Folgen für Teile der Getränkeindustrie: Viele kleine und mittelständische Brauereien und Mineralbrunnen würden in ihrer Existenz gefährdet. Zudem gebe der Martini-Vorschlag ein vollkommen falsches umweltpolitisches Signal: Wenn absehbar sei, dass gesetzlich festgelegte Umweltziele nicht erreicht würden, könnten sie zukünftig durch erreichbare ersetzt werden. Die von Rheinland-Pfalz vorgeschlagene Mehrweg-Füllmenge von 23 Milliarden Litern setzt sich zusammen aus 20 Milliarden Litern aus dem Jahr 1991, was damals einer Quote von 72 Prozent am Gesamtvolumen abgefüllter Getränke entsprach, und weiteren 3 Milliarden Litern, die 1998 in Karton gefüllt wurden. Nach Umsetzung des Martini-Vorschlags würde der Mehrweg-Verpackungs-Anteil von 72 Prozent auf 64 Prozent oder noch weniger sinken. Die Müllflut würde weiter verschärft und Konzentrationsprozesse in der Getränkeindustrie gefördert. Das führt zu längeren Transportwegen für die Getränke. Durch den zunehmenden LKW-Verkehr wären mehr Staus, Lärm und Luftschadstoffe die Folge. Ein Konzept zur Förderung der ökologisch vorteilhaften Mehrwegverpackungen liegt mit dem BUND-Vorschlag für eine Verpackungs-Abgabe bereits vor. ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: Walter Jungbauer BUND-Abfallexperte Tel. 0172-3260691 oder Rüdiger Rosenthal BUND-Pressesprecher Tel. 0171-8311051 Tel. 030-27586-425 Fax: -449 e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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