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BUND und BBU: Schröder und Fischer unterschätzen Risiken des vorgesehenen Betriebs der Hanauer Plutoniumfabrik in Russland

Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) werfen Bundeskanzler Schröder und Außenminister Fischer eine Unterschätzung der Risiken des geplanten Betriebs der Hanauer Plutonium-Fabrik in Russland vor. Eine lange Störfallliste aus den Jahren 1984 bis 1991 belege, dass auch in der damals im hessischen Hanau arbeitenden Siemens-Plutoniumfabrik Zwischenfälle, Störfälle und Strahlenunfälle an der Tagesordnung gewesen seien. Wenn selbst unter den Arbeitsbedingungen in Deutschland so etwas möglich gewesen ist, seien schwere Störfälle oder auch Plutoniumschiebereien unter den gegenwärtigen Bedingungen in Russland eher wahrscheinlich, sagte Eduard Bernhard, Sprecher des BBU. Bernhard: "Der Ausbau der russischen Atomwirtschaft mit deutscher Hilfe bringt große ökologische und sicherheitspolitische Risiken mit sich. Die Tschernobyl-Katastrophe, aber auch der Untergang des Atom-U-Boots "Kursk" und der Brand des Fernsehturms "Ostankino" sind deutliche Belege der schlechten Sicherheitsstandards in Russland. Deutschland darf deshalb die gefährliche russische Plutoniumwirtschaft auf gar keinen Fall fördern, sondern muss sie schleunigst beenden helfen." BUND und BBU fordern die sichere Endlagerung des russischen Waffenplutoniums unter internationaler Kontrolle. Seine Umwandlung in Atombrennelemente kurbele nach Auffassung der Umweltverbände die russische und die internationale Atomwirtschaft weiter an. Entgegen Fischers Aufassung sei auch ein Export der in Russland mit Hilfe der Hanauer Anlage hergestellten MOX-Brennelemente ins Ausland möglich. Es bestehe außerdem die Gefahr, dass die Plutoniumfabrik für militärische Zwecke missbraucht werde und damit Abrüstungsabsichten unterlaufen werden könnten. Walter Jungbauer, Atomexperte des BUND: "Ein Einbau des Waffenplutoniums in Brennelemente für die Atomindustrie ist der falsche Weg. Auch Außenminister Fischer weiß, dass der bessere Weg zur Entschärfung des Waffenplutoniums die Verglasung und der Einschluss in Keramik und eine anschließende Endlagerung ist. Für diesen Weg muss er sich auch international einsetzen." ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen: Walter Jungbauer / BUND: Tel. 030-27586-421, Eduard Bernhard / BBU: Tel. 06027-8404 oder BUND-Pressestelle: Rüdiger Rosenthal Tel. 030-27586-425, Fax: -449; e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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